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Der Schokoladenwahnsinn
Der Schokoladenwahnsinn
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10:15 07.04.2017
Zu Ostern wieder hoch im Kurs: Schokohasen. In Marburg haben die Bürger in vielen Läden die Möglichkeit, fair gehandelte Schokolade zu kaufen, wie die junge Autorin dieses Schülerartikels herausgefunden hat. Quelle: Pixabay
Marburg

Um diese Ungerechtigkeit zu vermeiden, greifen viele zu Artikeln mit Fair Trade-Siegel. Doch es wäre noch besser, würde in den Regalen Schokolade stehen, die in den Länder produziert wäre, wo die Kakaobohnen auch wachsen. Denn das würde den Ländern viel mehr helfen, die bis jetzt fast ausschließlich von Rohstoffverkauf (Kakaoschoten) leben. Würden auch die Fabriken dort sein, so gäbe es mehrere besser bezahlte Jobs und die Eltern, die sonst ihre Kinder zur Arbeit auf die Plantage schicken müssen, würden ihre Kinder zur Schule schicken.

Einen solchen Plan hat jetzt auch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Bundesminister Gerd Müller rief während seines Aufenthalts in Afrika Anfang März zur mehr Weiterverarbeitung im Land. Diese Nachricht gab mir den Anstoß, die Lage der Dinge in Marburg zu überprüfen. Ich habe mir sechs Verkaufsstellen angeschaut: drei Supermärkte (Rewe, Tegut und den Biosupermarkt Denn’s), einen Discounter (Lidl) und zwei Fairtrade-Läden (Contigo und Weltladen).

Eine Faire Wahl treffen

Erfreulicherweise habe ich in jedem dieser Läden eine oder mehr Marken mit Fairtradesiegel gefunden. In meiner „Forschung“ habe ich nur Marken gezählt (ungefähr) und keine Sorten, weil es sonst um mehr als Hundert ginge (aus zeitlichen und persönlichen Gründen ging so eine detaillierte Forschung nicht). In Lidl gab es von zirka elf Marken zwei mit Fairtradesiegel, in Rewe von zirka 16 5, im Tegut von zirka 17 4, im Denn’s von zirka 13 6. Contigo hatte ausschliesslich Fairtradeschokolade von einer Marke (dafür in vielen Sorten) und der Weltladen auch nur Fairtradeschokolade von zwei Marken (auch in vielen Sorten). Man hat also in jedem Laden die Möglichkeit, eine faire Wahl zu treffen.

Leider ist es mir nicht gelungen eine Schokotafel zu finden, die nicht in Europa produziert würde. Also ist die Bewegung, von der der Bundesminister spricht, hier noch gar nicht spürbar.

von Vera Trofimova, 9. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg