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Schüler lesen die OP 2014 Wenn Jugendliche Reißaus nehmen
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2014 Wenn Jugendliche Reißaus nehmen
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17:38 18.03.2014
Wenn die Erwartungen sie überfordern, halten Jugendliche es Zuhause oft nicht mehr aus. Der Kontakt mit Sozialpädagogen kann helfen. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Die Studie wurde von der Stiftung bei Jugendlichen in Deutschland durchgeführt und jüngst veröffentlicht. Sie wirft die Frage auf, warum die Kinder und Jugendlichen ihre Familien verlassen.

Oft liegen die Gründe in Konflikten und Problemen die in einem Familienleben entstehen. Die Jugendlichen fühlen sich meist von ihrer Familie eingeschränkt. Von ihnen wird zu viel erwartet, sie sind häufig überfordert oder gestresst von Aussagen wie: “Mach ein gutes Abi“, „übernimm Verantwortung“ oder „lerne für die Schule.” Jugendliche streben nach mehr Freiheit, mehr Selbstverantwortung und vor allem möchten sie keine Bevormundungen durch ihre Eltern erdulden. Viele Jugendliche entscheiden sich daher schon im Alter von 14 bis 17 Jahren, dass sie von Zuhause weg möchten.

Grund für derartige Familien-Konflikte kann die pubertäre Phase sein, erläutert Michael Grünewald, Pädagoge im Jugendhaus “Compass”. Auch er wollte als Jugendlicher nicht den Stress einer weiterführenden Schule haben und hat nach der 9. Klasse eine Ausbildung gemacht. Erst später studierte er dann und wurde schließlich Pädagoge.

Eltern wollen Kontrolle über ihre Kinder ausüben

“Die Schule ist einer der Gründe, warum Jugendliche von Zuhause weg möchten. Ihnen wird Druck gemacht und sie sollen Wege gehen, denen sie nicht gerecht werden können”, meint der Pädagoge. Durch Maßregelungen und Forderungen, wie: „Du sitzt zu lange an deinem PC“, „schneide doch mal deine Haare“ und „räum doch mal auf,” fühlten sich Jugendliche in ihrer Freiheit eingeschränkt. Eltern wollten hingegen die Kontrolle über ihre Kinder behalten. So komme es zu Meinungsverschiedenheiten und zu Konflikten. Als letzte Konsequenz folge daraus als Reaktion von Jugendlichen: „Ich halte es Zuhause nicht mehr aus”. So erging es unter anderem Finn.

Immer wieder gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen dem 17-jährigen und seiner Mutter - ob es nun um die weiterführende Schule ging oder um sein Verhalten zuhause. Seit einem dreiviertel Jahr wohnt Finn daher nicht mehr bei seiner Familie,. Stattdessen lebt er mit fünf weiteren Jugendlichen in einer Wohngruppe des Vereins Marbach.

Auch dort gibt es gewisse Regeln zu befolgen, jedoch erleichtere es ihn, nicht mehr den Druck von Zuhause zu spüren, sagt er.

Jugendliche, die in einer solchen Drucksituation sind, können sich jederzeit an Vereine und Jugendhäuser wenden. Sie finden dort einen Ansprechpartner, der ihnen Vertrauen und Zuversicht entgegenbringt. Der Kontakt mit den Pädagogen ist im Vergleich mit dem Leben auf der Straße wohl die bessere Alternative.

von Paula Schaller

Klasse BGF11

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