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Schüler lesen die OP 2014 Waschbären erobern Dörfer und Städte
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2014 Waschbären erobern Dörfer und Städte
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14:52 25.03.2014
Zwei Waschbären in einem Tierpark. In der freien Natur breiten sich die possierlichen Tierchen immer weiter aus und bedrohen Ortschaften am Waldrand.Foto: Uwe Zucchi Quelle: Uwe Zucchi
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Marburg

„Zahm, klein und niedlich“, so denken viele Menschen über Waschbären. Doch wer schon einmal einen Wasch-bär zu Besuch in seinem Garten oder auf dem Dachboden hatte, weiß, dass sie eine echte Plage sein können. Ursprünglich kommen sie aus Nordamerika und haben daher in Deutschland nur sehr wenige natürliche Feinde. So konnten sie sich in der Vergangenheit ungehindert vermehren.

In der Nachkriegszeit wurden sie unter anderem am Edersee ausgesetzt und verbreiteten sich dort sehr schnell. Da sie aber zumeist nicht genügend Futter im Wald finden, fühlen sie sich heute von Dörfern und Städten immer mehr angezogen. Immer mehr Beschwerden gehen bei Ordnungsämtern und Stadtverwaltungen wegen Sachbeschädigung ein. Dies bestätigt uns auch Stephan Grün-Fischer vom Ordnungsamt Marburg.

„Das größte Problem ist, dass die Waschbären sich in Dachböden einnisten und dort Lärm und Schäden verursachen. Außerdem durchwühlen sie den Müll und durchgraben die Gärten von Anwohnern in Städten und Dörfern“, so Grün-Fischer. In einzelnen Fällen wurden auch schon Haustiere von ihnen attackiert und mussten dies sogar mit ihrem Leben bezahlen.Von 30 befragten Haushalten in Ginseldorf bestätigten immerhin fünf bereits Probleme mit Waschbären gehabt zu haben. Bei diesen Problem handelte es sich um deutliche Sachschäden, wie aufgerissene Müllsäcke, verwüstete Dachböden und vieles mehr. Rund zehn der 30 Haushalte entdeckten auf ihrem Grundstück Spuren, wie Kot und Kratzspuren, oder beobachteten Waschbären auf ihrem Grundstück. Diese Beobachtungen von Anwohnern häuften sich vor allem am Waldrand.

Das Umfrageergebnis deutet darauf hin, dass sich die Waschbären immer häufiger in die Orte wagen. Es gibt Dörfer, wo die Situation bereits deutlich dramatischer ist - etwa in Schönstadt, wie einige Passanten berichteten. Dort würden ganze Gärten umgegraben, erzählten sie.

Waschbären fangen und töten ist strafbar

Doch so einfach fangen oder gar töten kann man die Waschbären nicht, da dies strafbar ist. Kommt es zu einer Reduzierung der Population, reagieren die Waschbären im Folgejahr mit mehr Nachwuchs. Grün-Fischer rät Betroffenen stattdessen bei Problemen den Schädlingsbekämpfungsdienst zu benachrichtigen. Um die Tiere nicht anzulocken, sollte man zudem Tierfutter nicht draußen stehen lassen sowie Müllsäcke und Mülltonnen durch Boxen sowie Spanngurte sichern. Nach der Gartenarbeit sollte man sich regelmäßig selbst die Hände und das garteneigene Obst und Gemüse waschen. Auf keinen Fall sollte man Waschbären anfassen. Diese Maßnahmen dienen dazu, sich vor den Krankheits-erregern der Tiere zu schützen und Schäden durch diese zu verhindern.

Von Paula Aigner, Judith Basten, Maria Meisl und Marielen Richter,

Klasse 8a, Elisabethschule Marburg

HIntergrund:

Länge: 41 bis 71 Zentimeter

Gewicht: 3,6 bis 9,0 Kilogramm

Lebenserwartung in der Natur: 1,8-3,1 Jahre

Herkunft: Nordamerika

Verbreitungsgebiet: Europa, Nordamerika

Feinde: Luchs, Kojote, Wolf, Wildkatze, Fuchs

Ernährung: Allesfresser

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