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„Gutes Gefühl, Menschen zu helfen“

Landschulheim Steinmühle Marburg „Gutes Gefühl, Menschen zu helfen“

Markus Heinzinger ist seit vielen Jahren Werksarzt bei der Firma Pharmaserv. Mit einer Schülerin führte er für die OP ein Gespräch über Notfalleinsätze und seine Medizinkarriere.

Marburg. OP: Wie kamen Sie auf die Idee, Mediziner zu werden?

Markus Heinzinger: Das war nicht von vorneherein geplant. Ursprünglich wollte ich Bankkaufmann werden. Es gab da ein Schlüsselerlebnis, dass ich einen Fahrradsturz hatte und sechs Wochen lang im Krankenhaus lag. Dadurch haben die Noten für eine Banklehre nicht ausgereicht. Als Alternative gab es dann noch die Krankenpflege und durch diese Schiene bin ich dann letztendlich in der Medizin gelandet.

OP: Wie lange sind Sie schon als Arzt tätig?

Heinzinger: Seit dem Jahre 1998.

OP: Was war Ihr erster Notfall im Bereich der Medizin?

Heinzinger: Das war mit Sicherheit ein Kreislaufnotfall, aber ganz genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern.

OP: Wenn das Telefon klingelt und ein Notruf reinkommt, was für ein Gefühl haben Sie dann?

Heinzinger: Adrenalin pur - man gerät unter Stress. Keinen negativen Stress, sondern man hat eine gewisse Anspannung, weil man nicht weiß, was los ist. Wenn man dann am Unfallort ankommt und die Situation sieht, weicht diese Anspannung.

OP: Macht Ihnen Ihre Arbeit Spaß?

Heinzinger: Ja, es gibt einem ein sehr gutes Gefühl, den Menschen helfen zu können.

OP: Haben Sie in einem Operationssaal oder in einer Behandlung schon einmal jemanden verloren?

Heinzinger: Nein, was ich jedoch schon mal hatte, war ein Patient, den wir reanimieren mussten. Jedoch hat er diesen Unfall leider nicht überlebt.

OP: Wenn Sie zurück an Ihre Kindheit denken, hätten Sie da jemals gedacht, dass Sie Arzt werden würden?

Heinzinger: Nein, ich habe immer gedacht, dass Ärzte ganz andere Menschen sind und auf gewisse Art über einem schweben. Aber jetzt sage ich, dass Ärzte ganz normale Menschen sind. Sie sind wie jeder andere auch. Wir hatten nur eine etwas speziellere Ausbildung und eine besondere Verantwortung. Diese führt dazu, dass wir hin und wieder Entscheidungen treffen müssen, die die Gesundheit und das Leben eines Menschen beeinflussen. Das gilt im positiven wie im negativen Sinne

OP: Gab es einmal einen Unfall, der besonders schlimm für Sie war oder der Sie besonders mitgenommen hat?

Heinzinger: Ja, in meiner notärztlichen Tätigkeit gab es ein einziges Mal einen Unfall mit Todesfolge. Danach habe ich drei Nächte lang nicht geschlafen.

OP: Ist es so, dass Sie jederzeit einen Notfall bekommen könnten?

Heinzinger: Ja, ich könnte jetzt in diesem Moment einen Notruf bekommen. Ich würde mir dann meine Jacke schnappen, runter zum Auto laufen, wo ich die Unfalldaten entgegennehmen könnte und dann würde ich zu dem Notfall fahren.

von Lena Joußen, Klasse 7a, Landschulheim Steinmühle Marburg

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