Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Schüler lesen die OP 2014 Gefährliches Ideal im Kinderzimmer
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2014 Gefährliches Ideal im Kinderzimmer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:52 20.03.2014
Eine Barbie und eine vom US-Künstler Nickolay Lamm gestaltete realistischere Version der Spielzeug-Ikone, die er mit Hilfe offizieller Daten der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC und eines 3D-Druckers mit den Maßen einer Durchschnittsfrau neugestaltet hat. Foto: Nickolay Lamm Quelle: MyDeals.com
Anzeige
Marburg

Der Spielzeugklassiker Barbie feierte in diesem Jahr bereits ihren 55. Geburtstag. Seit sie im Jahr 1959 auf der amerikanischen Spielzeugmesse „Toy Fair“ in New York vorgestellt wurde entwickelte sie sich zu einer der bekanntesten und meistverkauften Puppen der Welt. Entwickelt wird sie von der Spielwarenfirma Mattel.

Barbies Kleidung spiegelte immer die Mode der Zeit wider, sodass sie inzwischen mehr als eine Milliarde Schuhe und einen überquellenden Kleiderschrank besitzt. Fast 100 Millionen Meter Textilien wurden für Barbies Modeartikel und die ihrer Freunde bisher verarbeitet, wodurch Mattel, so gesehen, zu einem der größten Bekleidungshersteller der Welt wurde.

Das Mädchen mit den langen blonden Haaren heißt mit vollem Namen Barbara Millicent Roberts und begleitet heutzutage fast jedes Mädchen durch die Kindheit. Dies bestätigte auch eine Umfrage an der Elisabethschule. Demnach besitzen 90 Prozent der Mädchen zwischen fünf und neun Jahren ein oder mehrere Barbie-Produkte, obwohl 80 Prozent der befragten Eltern die Barbie für zu dünn halten und denken, dass ein falsches Schönheitsideal verbreitet wird.

Eher männliche Fantasie als Realität

Schon an der ersten Barbie-Puppe wurden die Proportionen bemängelt (39-18-33 Zoll - das entspricht in etwa den Maßen 99-46-84 cm). Laut Kritikern entsprechen diese eher der männlichen Phantasie als den tatsächlichen Maßen einer Frau. Das Selbstbewusstsein der Mädchen werde dadurch eher vermindert als bestärkt.

Auch Wissenschaftler kritisieren, dass Barbie bei den Mädchen den Wunsch nach einem unrealistisch dünnen Körper wecke und Essstörungen hervorrufe. Mattel-Sprecherin Stephanie Wagner entgegnete entsprechenden Vorwürfen jedoch: „Es war immer eine Fashion-Puppe, und es wird immer eine bleiben.“ Dabei war die Puppe von Mattel-Gründerin Ruth Handler ursprünglich bewusst als Alternative zu den in den 1950er Jahren fast ausschließlich verkauften Babypuppen geplant worden, die zum Erlernen der Mutterrolle dienen sollten. Dennoch nehmen sich viele Mädchen Barbies Aussehen zum Vorbild, wie auch in der Umfrage herauskam.

Wäre Barbie ein realer Mensch, wäre sie lebensunfähig. Aufgrund ihrer schmalen Taille wäre im Unterleib nicht genug Platz für alle lebensnotwendigen Organe und wegen ihren schmalen Füßen wäre sie nicht fähig zu laufen. Auch ihr Hals ist doppelt so lang wie der einer normalen Frau und der Brustumfang von fast einem Meter würde nicht zu ihrem schmalen Körper passen.

Falsches Ideal auch in Fernsehen und Kino

Viele junge Mädchen denken aber, dass es normal wäre, so auszusehen. Dazu tragen außerdem noch Sendungen wie zum Beispiel „Germanys next Topmodel“ bei. Die Illusion des Schlankheitsideals wird dort aus Sicht der Kritiker weiter geführt. Auch die Tatsache, dass einige prominente Schauspieler abgemagert wirken, bestärkt viele Mädchen in ihrem Wunsch ebenfalls so dünn zu sein. Wenn Kinder sich die Barbie auf diese Art zum Vorbild nehmen, birgt der Spielzeug-Klassiker also das Risiko in einen Schlankheitswahn zu verfallen.

von Hannah-Louisa Benecke, Jasmin Ben Slimane und Edith Glüer, Klasse 8e, Elisabethschule Marburg

Anzeige