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Partikeltherapieanlage Thema der Woche

Ein Trauerspiel mit der Hoffnung auf ein Happy End

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Marburg. Die mit großen Hoffnungen für die Behandlung von Krebspatienten gebaute, aber nie in Betrieb genommene Partikeltherapieanlage in Kiel darf verschrottet werden. In Marburg besteht noch Hoffnung. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Das Schicksal der Partikeltherapieanlage ist hier eng mit der Privatisierung des Universitäts-Klinikums Gießen-Marburg verbunden. Das Land hat mit dem Verkauf des Klinikums auch das so genannte medizinische Leuchtturm-Projekt in private Hände gegeben.

Doch statt Fortschritt herrscht Stillstand - zumindest aus Sicht von Patienten. Eine groteske Situation: Es gibt (leider) genug Kranke; Personal, Ausstattung und modernste Technik sind vorhanden. Einzig und allein fehlt es am Unternehmenswillen.

Die ganze Situation ist ein Skandal, sagt der Strahlenbiologe Professor Jochen Dahm-Daphi. Dass er als leitender Wissenschaftler nun rechtlich gegen die Universität vorgehen will, macht allein schon die Dimension des Elends aus. Der Institutsleiter wartet immerhin schon seit anderthalb Jahren auf den Betrieb der Anlage, um ein kombiniertes Konzept aus experimenteller Forschung und klinischer Patientenbehandlung umsetzen zu können. Jetzt muss er wohl noch weiter warten: bis zum Jahresende. Dann läuft die Frist ab, die das Land der Rhön-Klinikum AG für die Betriebnahme gesetzt hat.

Und was passiert danach? Die Aussagen von Rhön dazu sind vollkommen nebulös: Für einen Lösungsansatz seien „Erfahrungswerte“ aus Heidelberg und Kiel „hilfreich“. Lösungen wie in Kiel wären ein Fiasko für Marburg und für das öffentliche Gemeinwohl.

Das Land Hessen sollte nun alles Erdenkliche dafür tun, um das innovative Zentrum auf den Marburger Lahnbergen schnellstmöglich für Patienten zu öffnen.

von Anna Ntemiris

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