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06:15 04.05.2012
Marburg

Die, die noch richtige Jobs haben, müssen immer mehr Arbeit bewältigen. Dabei spielen vertraglich vereinbarte ­Arbeitszeiten schon lange ­keine Rolle mehr.

Für Chefs, die selbst keinen Feierabend kennen, aber immerhin gut bezahlt werden, ist es schon fast normal, Untergebene auch in deren Freizeit anzurufen und mit dienstlichen Dingen, oftmals Kritik, zu konfrontieren. Kein Wunder, dass immer mehr Arbeitnehmer schlapp machen.

Was denken sich die Arbeitgeber dabei? Offenbar nicht viel, solange der Euro rollt. Dass Mitarbeiter X oder Y ­dabei auf der Strecke bleiben und die Mitarbeiter A, B und C entlassen werden müssen und Mitarbeiter D als Leiharbeiter niedrig bezahlt wird, ist offenbar immer mehr die Regel als die Ausnahme. Der Arbeitsdruck nimmt zu und in der Urlaubsaison darf keiner mehr krank werden, weil sonst gar nichts mehr geht. Immer mehr Arbeit, aber bitte mit hoher Qualität - Fehler unerwünscht. Ob der Berater ­seinen Abschluss mit seinem Kunden um 16, 20 oder 22 Uhr macht, ist egal, Hauptsache er bringt ihn und ist am nächsten Tag um 8 Uhr wieder im Büro. „Service“-Vorgaben rauben dann den letzten Nerv: ­Jede E-Mail hat binnen 30 ­Minuten beantwortet oder ­bearbeitet zu sein!

Gutes Gehalt für gute Arbeit, da lachen ja die Aktionäre und Arbeitgeber. Gute Arbeit ja, aber bitte für wenig Geld. Die Zeiten sind zu schlecht für mehr Gehalt - und zwar dauerhaft, so ihre Gebetsmühle. Die Firmen drücken ihre Politik durch. Etwa durch Tarifflucht. Neueinsteiger arbeiten dann für weit weniger Geld als ihre altgedienten Kollegen, müssen aber gleiche Leistung bringen. Besser noch mehr, damit man dem alten Personal noch zeigen kann, dass es eigentlich überbezahlt ist. So geht es auch jenen, die die Wächterposition im Staate inne haben, den Journalisten.

Das Wort „SOLIDARITÄT“ wird in den nächsten Jahren ganz sicher eine zentrale Bedeutung bekommen.