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Lokales Ende darf letztes Wort nicht sein
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18:57 09.01.2014
Marburg

Verbraucher, die beim Kauf ihres Koteletts auf die Herkunft des Schlachttieres achten, können dies künftig vergessen, wenn unsere Metzger künftig beispielsweise in Niedersachsen oder in Bayern schlachten lassen würden: Gerade kleinere Fleischereien könnten sich die höheren Transportkosten nicht mehr leisten. Dabei ist nach jedem Fleischskandal in den vergangenen Jahren betont worden, wie wichtig die Herkunftskontrolle bei Schlachtvieh ist. Faustregel: Fleisch aus der Region ist gesünder und schmeckt besser.

Dass man der Kreatur Tier lange Transportwege zur Schlachtung zu ersparen hat, ist zudem ein ethisches Gebot, dessen Einhaltung auch für bekennende Fleischesser selbstverständlich sein sollte.

Insofern ist die bevorstehende Schließung des Marburger Schlachthofs nicht nur für Metzger eine Katastrophe, sondern auch und vor allem für Verbraucher. Die Schließung des Marburger Schlachthofs mag eine betriebswirtschaftlich notwendige Entscheidung sein. Sie kann aber nicht das letzte Wort sein. Hier geht es auch um die Zukunft einer humanen und gesunden Lebensmittelerzeugung. Da sind alle gefordert - auch wir Verbraucher: Mehr und mehr wird sich die Erkenntnis durchsetzen müssen, das Qualität aus der Region ihren Preis hat.

von Till Conrad