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Auf Umwegen politisch zum Ziel

Thema der Woche Auf Umwegen politisch zum Ziel

Mit allen Mitteln versucht die SPD ihrer Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach eine Teilzeitstelle zu verschaffen.

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Falscher Maßstab

Dafür gibt es einen guten Grund: Auch Wahlbeamten eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Marburg soll deutschlandweit familienpolitische Vorbildfunktion bekommen. Das Ziel, die Stelle zu teilen, wird aus rechtlichen Gründen wohl nicht erreicht werden. Das hat das Regierungspräsidium bestätigt.

Dennoch: Es gibt eine realistische Chance für Weinbach, mehr Zeit für ihr Kind zu haben. Wenn eine weitere Stelle im Magistrat geschaffen wird und dann alte und neue Stadträtin gleichzeitig auf die Hälfte der Stunden verzichten. Trickserei? Nein, das ist ganz legal. Aber das hätte man auch gleich machen können, hätte kein Rechtsgutachten in Auftragen geben müssen. So kommt die SPD offenbar auf Umwegen bald zu ihrer Teilzeit-Stadträtin.

Als Folge kommt da noch etwas, was weniger mit Familienpolitik zu tun hat, sondern wohl eher Nebenwirkung ist: Die SPD würde mit zwei halben Dezernentinnen die absolute Mehrheit im Magistrat bekommen. Ob man daher noch die Zahl der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder aufstocken wird? Weitere Umwege und Krach mit dem Koalitionspartner sind nicht ausgeschlossen. Die Äußerungen des Grünen-Fraktionschefs waren schon eine Kampfansage. Will die Marburger SPD den Krach wirklich riskieren? Und: Kämpft sie vor allem für das hehre familienpolitische Ziel oder nur deshalb, weil sie bei ihrer Stadträtin im Wort steht?

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