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Alte Kamellenund bittere Pillen

Standpunkt Alte Kamellenund bittere Pillen

Zugegeben, sie waren schlecht informiert über die nötige Finanzspritze für die Projekte des SC Gladenbach und des Turnvereins. Die meisten Stadtverordneten hatten am Donnerstagabend zu Beginn der Sitzung noch nicht einmal die Beschlussvorlage vorliegen, über deren Aufnahme auf die Tagesordnung sie befinden sollten.

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Die Vorlage wurde abgeschmettert, es gab folglich weder eine Debatte noch eine Abstimmung. Wenn aber etwa die SPD bei anstehenden Entscheidungen immer wieder klagt, sie werde seitens des Bürgermeisters oder des Magistrats schlecht informiert, dann stellt sich die Frage, warum sich die Damen und Herren Politiker bei Projekten, die sie ja dem Vernehmen nach im Grunde befürworten, nicht selbst schlau machen. Der eine oder andere wird sich gewiss an den Rathaus-Ausbau erinnern, der doppelt so teuer ausfiel wie geplant, an die Einstellung eines hauptamtlichen Ersten Stadtrats und Baudezernenten, der dann wieder fortgejagt wurde, oder an die Einstellung eines teuren EDV-Administrators. Diese Entscheidungen wurden im Parlament mit Zähnen und Klauen verteidigt, bei Abstimmungen holte man Fraktionskollegen aus Fortbildungen, karrte ­in der Ferne kurende Stadtverordnete und Kranke zu Parlamentssitzungen, um ja genügen Stimmen beieinander zu haben. Diese (Fehl)Entscheidungen haben die Stadt sehr viel Geld gekostet aber wenig bis keinen Nutzen gebracht, von der Rathaussanierung einmal abgesehen. Unter CDU-Regierung wurde beispielsweise - gegen den Rat von Fachleuten - im Allnatal ein Kleinkläranlagen-System gebaut - mit viel zu hohen Investitionskosten und enormen Folgekosten, abgelegt im Ordner Verbandsschulden. Die Liste ließe sich problemlos fortsetzen. In Anbetracht all dessen sollten sich Gladenbachs Politiker nicht wundern, wenn betroffene Bürger über die Ergebnisse der jüngsten Sitzungen des Hauptausschusses und des Parlamentes enttäuscht sind. Jetzt werden die Stadtverordneten eingehend über die beiden Projekte informiert, bevor sie im September endgültig über eine weitere Bezuschussung entscheiden. Nicht vergessen: Es geht um keine Galopprennbahn und keinen Golfplatz, sondern um Sportanlagen, die unter anderem beziehungsweise vor allem Kindern und Jugendlichen dienen.

von Hartmut Berge

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