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Waffenstillstand

Einwurf Waffenstillstand

Wunderdinge waren vom Treffen zwischen Fan-Vertretern und der Deutschen Fußball Liga nicht zu erwarten. Aber es ist ein wichtiges Signal, das die DFL gesetzt hat.

Marburg. Mit der Personalie Andreas Rettig lag der Liga-Verband offenbar goldrichtig. Die organisierten Fans, auch die Ultras, fühlen sich endlich ernst genommen und in die Diskussion um die Sicherheit in den Stadien eingebunden. In den kommenden Monaten gilt es, den Dialog fortzusetzen und den Weg gemeinsam weiterzugehen. Beide Seiten sind gefordert: Die DFL muss das Schreckgespenst des im Dezember verabschiedeten Sicherheitskonzeptes verscheuchen. Insbesondere die verschärften Eingangskontrollen und die Beschränkung des Auswärtskartenkontingents sind Drohmittel, die die Fans - zurecht - auf die Barrikaden bringen. Auf der anderen Seite müssen auch die Fans dafür sorgen, dass die Situation in den Stadien nicht eskaliert. Weitere Zuschauerausschreitungen, Platzstürme, Rauchbomben und Bengalos spielen der Politik in die Karten, die ohnehin ein hartes Durchgreifen gefordert hatte. Immerhin: Mit dem Ende der Schweigeaktion ist eine Art Waffenstillstand zwischen den „verfeindeten“ Lagern erreicht. Er steht allerdings auf tönernen Füßen. Bis zu einem echten Friedensabkommen ist es noch ein weiter Weg.

von Holger Schmidt

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