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Einwurf Tragische Helden
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06:17 25.03.2012

Der DFB-Pokal ist ein Wettbewerb, der Helden hervorbringt - zumindest für einen Tag. Wer erinnert sich schon noch an Andreas Wagner vom VfL Osnabrück, der beim 5:4-Sieg gegen Bayern München Sepp Maier gleich dreimal einschenkte? Oder an Roland Stein, der 1994 zum 1:0-Sieg für Vestenbergsgreuth - ebenfalls gegen die Bayern - traf? Oder an Gerd Störzer, der 1974 den VfB Eppingen mit zwei Treffern gegen den HSV in die dritte Runde schoss?

Im diesjährigen Pokalwettbewerb sorgte Regionalligist Holstein Kiel mit dem Vorstoßen ins Viertelfinale für die Sensation. Im Halbfinale blieb die Überraschung durch Greuther Fürth indes aus. In Bayern München und Borussia Dortmund stehen die beiden derzeit stärksten Teams der Liga, die bewiesen, dass Glück in engem Zusammenhang mit mentaler Stärke steht, im Endspiel. Auffällig: Nicht Helden wurden diesmal geboren. Wohl aber tragische Helden. In zehn Jahren werden nur noch BVB-Fans und Statistiker wissen, dass Ilkay Gündogan in der letzten Sekunde zum 1:0 traf. Dass Fürths Keeper Jasmin Fejzic der Ball an den Rücken sprang und von dort ins Tor, wird dagegen noch präsent sein. Auch Manuel Neuers Parade gegen Havard Nordtveit wird dann nur noch von statistischem Wert sein. Der Fehlschuss von Dante bleibt dagegen im Gedächtnis. Das ist die Tragik der tragischen Helden.