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Oder doch lieber Fußball?

Einwurf Oder doch lieber Fußball?

Viele Sportler, die nicht Fußball spielen, fühlen sich in der öffentlichen Wahrnehmung vernachlässigt. Teilweise auch zurecht.

Marburg. Bei Olympischen Spielen wird der Unmut immer besonders laut geäußert, wenn die Athleten für zwei Wochen in den Fokus rücken und Taekwondo, Kanufahren und Synchronschwimmen begehrte Fernsehzeit bekommen. Allerdings machen es sich manche Sportarten auch selbst schwer. Fechten zum Beispiel. Da setzt Peter Joppich im Florett-Halbfinale zwei glasklare Treffer - und die Jury nimmt die Entscheidung zweimal zurück, bis ein japanischer Gegner bei einem Doppeltreffer den entscheidenden Punkt zugesprochen bekommt. Das führt zu Frust beim interessierten Laien am Fernsehschirm. Ebenso wie gestern ein genialer Hockeytreffer der Deutschen, dem die Anerkennung verwehrt blieb. Oskar Deecke nahm einen hohen Ball aus der Luft an, ließ ihn noch einmal auf dem Schläger springen und verwertete dann volley zum vermeintlichen 2:2. Videobeweis, kein Tor. Das mag regelkonform gewesen sein, raubte dem Hockey-Sport aber einen wunderbaren Wow-Effekt. Immerhin gewannen die Deutschen trotzdem. Das dürfte viele TV-Zuschauer versöhnt haben, die sich nach der Entscheidung vielleicht schon nach einer Fußballübertragung gesehnt hatten.

von Holger Schmidt

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