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Mutiges Signal

Einwurf Mutiges Signal

Am dritten Tag des Jahres hat es in Italien bzw. zwischen zwei Italienern schon richtig gerappelt. Der AC Mailand setzte dabei in einem Testspiel ein mutiges Signal und verließ nach rassistischen Anfeindungen den Platz.

Marburg. Beim Training von Manchester City gab es Zoff zwischen Trainer Roberto Mancini und dem exzentrischen Stürmerstar Mario Balotelli. Wegen eines zu harten Einsteigens gegen seinen Teamkollegen Scott Sinclair nahm sich Mancini das Enfant terrible, das in der Vorsaison allein elf Fußball-Spiele wegen Sperren verpasste und eine saftige Geldstrafe zahlen musste, zur Brust - im wahrsten Sinne des Wortes. Der Coach packte Balotelli am Trainingsleibchen und redete wütend auf ihn ein. Ob es hilft? Balotelli jedenfalls verließ kurz nach dem Training zügig das Vereinsgelände.

Weit schlimmer wiegt der Fall des abgebrochenen Testspiels des AC Mailand beim Viertligisten Pro Patria. Nach Angaben von Milan hätten vier Anhänger der Heimmannschaft die dunkelhäutigen Kevin-Prince Boateng, M‘Baye Niang und Sulley Muntari rassistisch beleidigt. Boateng drosch nach 26 Minuten wütend den Ball in Richtung der Zuschauer, zog sich das Trikot aus und ging gefolgt von seinen Mitspielern vom Rasen. Das Spiel wurde nicht mehr angepfiffen. AC-Trainer Massimiliano Allegri verteidigte die Entscheidung: „Italien muss ein bisschen zivilisierter und intelligenter werden.“ Recht hat er. Bleibt nur die Frage, ob das mutige Signal bei den rassistischen Dummköpfen ankommt.

von Holger Schmidt

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