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Einwurf Maradona-Posse
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19:44 12.07.2012
Von Heike Schmidt
Marburg

Als Spieler war Diego Armando Maradona ein Genie. Auf einer Stufe mit Legenden wie Pelé oder Franz Beckenbauer führte der begnadete Ballstreichler Argentinien 1986 zum Weltmeistertitel.

Abseits des Fußballplatzes war und ist der heute 51-Jährige allerdings selbst sein größter Gegner und stand sich öfter im Weg, als es jeder noch so eisenharte Abräumer hätte tun können. Drogenprobleme, Übergewicht, Herzinfarkt - der Exzentriker wäre beinahe zugrunde gegangen, bis er nach einer Entziehungskur und einer Magenverkleinerung wieder auf die Beine kam.

Alle Eskapaden taten seinem Ansehen in seiner Heimat keinen Abbruch. Die „Hand Gottes“ wird in Argentinien immer noch wie ein Heiliger verehrt. Allerdings musste Maradona feststellen, dass sein Mythos allein nicht reicht, um im Trainergeschäft erfolgreich zu sein. Mit seinen Clubs blieb er ebenso glücklos wie als Nationaltrainer. Zuletzt wurde er am Mittwoch wie berichtet beim arabischen Scheich-Club Al-Wasl entlassen.

Doch Maradona wäre nicht Maradona, würde er das einfach so hinnehmen. „Unglücklicherweise hat der Verein eine Stellungnahme abgegeben, mit der ich nicht einverstanden bin“, teilte der kleine Argentinier auf seiner Homepage mit und sorgte für ein neuerliches Kapitel im dicken Schmöker der Maradona-Possen. Ändern wird das an der Entlassung freilich nichts. Aber es zeigt, dass Maradona in seiner ganz eigenen Welt lebt. Es wäre wünschenswert, wenn er bald wieder eine neue Aufgabe finden würde. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die selbstzerstörerischen Neigungen des Lebemanns wieder Oberhand gewinnen.

von Holger Schmidt