Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Machtspiele

Einwurf Machtspiele

Nach der Kritik deutscher Spitzenfunktionäre holt Joseph Blatter zum Gegenschlag aus und deutet an, dass die Vergabe der WM 2006 dubios abgelaufen sei. Das dürfte erst der Anfang einer Schlammschlacht sein.

Marburg. Lange, viel zu lange hatten sich die deutschen Spitzenfunktionäre zu den Machenschaften von Joseph Blatter und seinem Fußball-Weltverband wie die berühmten drei Affen verhalten - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Nachdem nun aber immer mehr Details der Korruptionsaffäre ans Licht kommen, konnten Theo Zwanziger und Co. nicht mehr schweigen, ohne so unglaubwürdig zu werden wie die scheinheiligen Erneuerungsversuche der Fifa. Die Retourkutsche auf die Kritik und Rücktrittsforderungen seitens des DFB und der DFL folgte auf dem Fuß. Es konnte ja auch wirklich niemand ernsthaft erwarten, dass Blatter die Attacken auf seine Person schulterzuckend hinnehmen würde.

Also schießt Blatter zurück und seine Munition ist scharf. Plötzlich stellt er die deutschen Funktionäre an den Pranger, indem er andeutet, bei der Vergabe der WM 2006 sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Der Schweizer wird nicht konkret, aber das Gerücht ist in der Welt. Die Aussage, die darin mitschwingt, ist klar: Die Regeln mache ich und ihr haltet euch besser daran!

Auf Machtspiele versteht sich Blatter. Er wird alles auspacken, was ihm dabei hilft, Fifa-Boss zu bleiben. Doch einen Rückzieher können sich die Zwanziger und Co. nicht erlauben. In den nächsten Wochen wird also eine Menge schmutzige Wäsche gewaschen werden. Man darf gespannt sein, was da so alles zu Tage gefördert wird.

von Holger Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Einwurf