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Kein Vorbild

Einwurf Kein Vorbild

Wahre Champions zeigen auch in der Niederlage Größe. Serena Williams hat - nicht zum ersten Mal - bewiesen, dass sie nicht in diese Kategorie gehört.

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Marburg. Für ihr Tennisspiel gebührt der US-amerikanischen Powerfrau Respekt. Erst recht dafür, wie schnell sie sich nach der Geburt ihrer Tochter zurückgekämpft hat in die Weltspitze.

Ihr Verhalten auf dem Platz ist allerdings untragbar - insbesondere in den Matches, in denen es für die 36-Jährige nicht so läuft wie gewünscht. Williams ist es gewohnt, ihre Kontrahentinnen zu dominieren. Bei den US Open lief sie im Finale den druckvollen und präzisen Bällen der jungen Japanerin Naomi Osaka hinterher, sie war schon vor der berechtigten Verwarnung und dem späteren Punktabzug auf der Verliererstraße. Sich den Schiedsrichter als Sündenbock rauszupicken, war schlechter Stil. Dann aber noch Sexismus-Vorwürfe draufzusatteln, war geradezu hanebüchen. Profitierte denn in Osaka etwa keine Frau von ihrem Fehlverhalten?

Als Vorreiterin im Kampf um Gleichberechtigung taugt ­Serena Williams jedenfalls so gut wie der Hulk als diplomatischer Unterhändler im Israel-Palästina-Konflikt. Beschämend, wie sie während des Endspiels jeglichen Respekt vor ihrer Gegnerin, deren Idol sie auch noch ist (war?), vermissen ließ. Bleibt zu hoffen, dass sich Williams‘ Tochter später ein besseres Vorbild sucht. Sämtliche Mütter sollten das übrigens auch tun.

von Holger Schmidt

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