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Hochmut kommt vor dem Fall

Fußball-EM Hochmut kommt vor dem Fall

Deutschland trifft im EM-Viertelfinale auf Griechenland. Oder ist die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw doch schon eine Runde weiter? Angesichts der Stimmungslage kommt es einem so vor. Das ist gefährlich.

Marburg. Wie kommt es eigentlich, dass ganz Fußball-Deutschland schon über das Halbfinale und den möglichen Gegner redet? Habe ich etwas verpasst und es gibt im Viertelfinale ein Freilos, wenn man die Vorrunde mit neun Punkten abgeschlossen hat? Haben die Griechen ihre Mannschaft vom Turnier abgemeldet und sind nur noch als Party-Touristen unterwegs, nachdem sie den Russen ein Schnippchen geschlagen haben?

Der Bundestrainer tut gut daran, vor dem Spiel am Freitag immer und immer wieder mahnend den Zeigefinger zu heben. Dabei geht es gar nicht darum, Griechenland stark zu reden. Die Hellenen sind wenig angsteinflößend, sie spielen biederen Fußball, haben keine überragenden Einzelkönner und beschränken sich in erster Linie darauf, das Spiel des Gegners zu zerstören. Genau so übrigens sind sie 2004 unter Otto Rehhagel Europameister geworden. Damals mogelten sie sich mit vier Punkten durch die Gruppenphase (vor Spanien übrigens). Und weder Franzosen noch Tschechen noch Portugiesen nahmen die Griechen in der K.o.-Runde sonderlich ernst. Das Ergebnis ist bekannt: Dreimal 1:0 für Griechenland. Hochmut kommt vor dem Fall - das sollten sich die Deutschen hinter die Ohren schreiben.

von Holger Schmidt

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