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Herkulesaufgabe

Einwurf Herkulesaufgabe

Ja, die Erkenntnisse zählen bei Testspielen mehr als die Ergebnisse. Trotzdem muss man sich als Fan der deutschen Nationalmannschaft Sorgen machen um die Form der DFB-Elf.

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Marburg. Denn für den Weltmeister hat es gegen ein biederes österreichisches Team nicht gereicht. Nicht zum Sieg, nicht zum Unentschieden, nicht einmal, um sich in der zweiten Hälfte Tormöglichkeiten zu erspielen. Es sind keine zwei Wochen mehr bis zum Start der WM und es ging für einige Spieler um die letzte Chance, sich vor der endgültigen Kadernominierung zu ­zeigen. Anzumerken war das den Deutschen nicht. Im ­Gegenteil: Die Österreicher, nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert, gingen mit Feuereifer in die Zweikämpfe, während der Auftritt der DFB-Auswahl erschreckend blutleer wirkte. Immerhin konnte sich Neuer so öfter auszeichnen als gedacht. Aber ansonsten? Da müssten eigentlich mehr als drei Feldspieler um ihr Russland-Ticket zittern. Kimmich stand komplett neben sich, Süle und Rüdiger wirkten in der Innenverteidigung arg verunsichert, im zentralen Mittelfeld leistete sich Gündogan haarsträubende Fehlpässe, Rudy war nach seiner Einwechslung bis auf eine Rettungsaktion praktisch nicht anwesend, bei Özil wechselten Weltklasse und Kreisklasse im Minutentakt, Sané brachte im Dress mit dem Adler wieder einmal nicht viel zustande, Petersen versprühte keine Torgefahr und konnte keine Werbung in eigener Sache betreiben.

Die Gewinner des Tests waren also diejenigen, die nicht dabei waren: Boateng, Hummels, Kroos und Müller. Eine weitere Erkenntnis stimmt wenig zuversichtlich: Der zweite Anzug sitzt nicht. Auf höchstem Niveau fehlen Deutschland die Alternativen, und zwar - außer im Tor - in allen Mannschaftsteilen. Die Mission Titelverteidigung wird für Joachim Löw zu einer Herkulesaufgabe.

von Holger Schmidt

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