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Hanebüchene Forderung

Einwurf Hanebüchene Forderung

Nichts gegen ehrgeizige Ziele - aber 86 Medaillen? Wer bitte ist auf die Idee gekommen, eine solche Vorgabe für die deutschen Sportler bei den Olympischen Spielen aufzustellen?

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Vergleiche hinken

Marburg. 86 Medaillen sind mehr als doppelt viele, wie vor vier Jahren in Peking geholt wurden. Es macht den Eindruck, als habe der DOSB einfach jeden Athleten, der in den vergangenen vier Jahren mal einen Weltcup, ein Meeting oder ein Wald-und-Wiesensportfest gewonnen hat, gleich als Medaillenlieferanten verbucht hat. Natürlich geht es um viel Geld aus der Sportförderung. Und der Steuerzahler hat auch ein Recht darauf, dass sein Geld sinnvoll eingesetzt wird. Mit guten Leistungen müssen die Sportler die in sie getätigten Investitionen rechtfertigen. Doch macht es den Eindruck, als wolle die Politik durch teilweise hanebüchene Forderungen steuern, welche Sportarten sie für alimentierungswürdig hält. Dass die Veröffentlichung der Medaillenzielvorgaben erst durch die Hartnäckigkeit eines Journalisten ermöglicht wurde, hinterlässt darüber hinaus einen faden Beigeschmack. Transparenz sollte in einem demokratischen Rechtsstaat nämlich eine Selbstverständlichkeit sein.

von Holger Schmidt

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