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Einwurf Gewissenlos
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19:53 11.07.2012
Von Heike Schmidt
Marburg

Di Grégorio soll zu unlauteren Mitteln gegriffen haben. Mal ehrlich: So richtig überraschen kann das im Radsport wohl leider niemanden mehr. Und sollte die Tour tatsächlich ohne Dopingfall zu Ende gehen, würde es heißen: Die haben nur nicht richtig kontrolliert. Oder: Die Fahrer waren zu clever, um sich erwischen zu lassen. Parallel kocht der Armstrong-Fall wieder hoch. Außerdem nimmt die Nada den Sportarzt Franke unter die Lupe.

Das Thema Doping ist allgegenwärtig und droht sich wie ein Schatten über Olympia zu legen. Da wirkt der Aufruf von John Fahey schon ein wenig hilflos. „Wenn du als Sportler gedopt hast und planst, an den Spielen teilzunehmen, musst du dich aus dem Olympia-Team zurückziehen“, sagte der Präsident der Welt-Antidoping-Agentur (Wada), der an das Gewissen der Athleten appellierte und dabei gleichzeitig auf die Rekordzahl von 6250 Doping-Kontrollen bei den Sommerspielen und den Paralympics verwies. Es sollte wohl wie eine Warnung klingen. Aber seine Zielgruppe wird diese nicht ernst nehmen. Wenn Sportler dopen, dann doch ganz gezielt, eben weil sie bei einem Großereignis wie den Olympischen Spielen ganz oben auf dem Treppchen stehen wollen. Erfolg steht für sie über allem. Für Gewissen ist da kein Platz.

von Holger Schmidt