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Fatale Botschaft

Einwurf Fatale Botschaft

Der Traum vom sauberen Sport ist spätestens am Donnerstag gestorben. Woran das IOC mit der halbherzigen Entscheidung, angeblich unschuldige russische Athleten unter neutraler Flagge bei Olympia starten zu lassen, die Hauptschuld trägt.

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Marburg. Eine komplette Sperre aller russischen Athleten wäre konsequent und richtig gewesen. Pech zwar für den einzelnen, möglicherweise nicht gedopten Sportler. Gut aber, um den staatlich gelenkten Dopingsumpf zu bekämpfen und die Strippenzieher zu bestrafen. Jetzt allerdings musste der Sportgerichtshof so entscheiden, wie er entschieden hat. Es gilt für Einzelne die Unschuldsvermutung. Die Krux: Auch wenn die Schuld des Systems Leistungssport in Russland längst nachgewiesen ist, war dies bei den einzelnen Sportlern eben nicht der Fall. Putin darf sich als Sieger fühlen und geriert sich nun sogar als Vorreiter im Kampf gegen Doping. Der Präsident jenes Staates also, dessen Geheimdienst bei den Winterspielen 2014 in Sotschi Urinproben russischer Athleten austauschte. Welch Hohn! Das Urteil des Sportgerichtshofs ist ein Schlag ins Gesicht des IOC und aller sauberen Sportler. Die fatale Botschaft lautet: Doping ist kein Problem, es muss nur ein einflussreicher Staat dahinter stehen.

von Holger Schmidt

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