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Einwurf Falsches Signal
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22:13 12.11.2015
Von Heike Schmidt
Marburg

Der BVB-Präsident dürfte der Aufgabe im Krisenverband gewachsen sein, er genießt als DFL-Chef höchstes Ansehen. Doch Rauball denkt gar nicht daran, seinen Posten bei der Liga aufzugeben. Somit wird nun ein anderer Reinhard hoch gehandelt, Grindel nämlich.

Reinhard wer? Der DFB-Schatzmeister ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Der „Stern“ bezeichnete den 54-Jährigen als „eine Art Frühstücksdirektor für Finanzen, der von nichts weiß“. Nun könnte man einwenden, von nichts zu wissen, sei bei der derzeitigen Lage in der WM-Affäre ja nicht die schlechteste Qualifikation für den Job. Zumal Grindel seit 2011 als Anti-Korruptionsbeauftragter beim DFB fungiert und somit prädestiniert zu sein scheint, Licht ins Dunkel um die WM 2006 zu bringen. Zumal der CDU-Abgeordnete im Bundestag noch eine fast sechsminütige Rede zum Gesetz gegen Korruption hielt, das anschließend beschlossen wurde - übrigens einen Tag bevor der „Spiegel“ mit seinen WM-Enthüllungen herauskam.

Als der Bundestag vor eineinhalb Jahren ein Gesetz zur Strafbarkeit von Abgeordnetenbestechung verabschiedete, war Grindel allerdings weniger entschlossen. Demnach sind nicht nur Stimmenkauf und -verkauf, sondern auch immaterielle Vorteile und Zuwendungen an Dritte für alle Mandatsträger strafbar. Wie der „kicker“ recherchierte, stimmten 582 Abgeordnete für das Gesetz, drei dagegen, sieben enthielten sich - darunter Grindel. In Zeiten, wo entschlossene Aufklärung not tut, wäre es das falsche Signal, Grindel ins höchste DFB-Amt zu hieven.

von Holger Schmidt