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Falscher Zwanziger

Einwurf Falscher Zwanziger

Theo Zwanziger hat eine Abrechnung geschrieben, die angeblich keine Abrechnung sein soll. Gäbe es das Wort Doppelmoral nicht schon, es müsste für den ehemaligen DFB-Präsidenten erfunden werden.

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Marburg. „Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind.“ Na, erinnern Sie sich noch, von wem diese Sätze stammen? Richtig, von Theo Zwanziger. Damals war er noch DFB-Präsident und rüffelte als solcher Philipp Lahm, seines Zeichens Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die Vorab-Veröffentlichung von Auszügen aus Lahms Buch, in dem er auch ehemalige Trainer attackiert, sei ein „Fehler“ gewesen.

Jetzt, 15 Monate später, ist Zwanziger nicht mehr in Amt und Würden, hat selbst ein Buch geschrieben und dieses unter gütiger Mithilfe der Zeitung mit den vier großen Buchstaben medienwirksam in die Öffentlichkeit gebracht. Darin teilt Zwanziger kräftig aus, gegen alte Weggefährten, seinen Nachfolger und ehemalige Trainer.

Dass der 67-Jährige Zeit gefunden hat, ein Buch zu schreiben, verwundert. Schließlich ist Zwanziger Mitglied der Fifa-Exekutive. Dort müsste er genug damit zu tun haben, beim Weltverband den Finger in die Wunde zu legen. Dort auszuteilen und im „Blatter-Regime“ aufzuräumen, wäre wirklich wichtig.

von Holger Schmidt

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