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Endlich ist es raus

Einwurf Endlich ist es raus

"Ich bin froh, dass es raus ist." Diesen Satz sagte... nein, nicht Thomas Hitzlsperger. Sidney Sam war es, nachdem sein Wechsel von Leverkusen nach Schalke im Sommer als perfekt gemeldet wurde.

Marburg. Ein sportliches Thema, über das sich trefflich diskutieren ließe. Es rückt allerdings vor dem Coming-out des Thomas Hitzlsperger in den Hintergrund. Dabei ist es traurig, dass im Jahr 2014 immer noch von Mut gesprochen werden muss, wenn ein (Ex-)Profifußballer mit seiner Homosexualität an die Öffentlichkeit geht. Bayerns Arjen Robben hat es gut auf den Punkt gebracht. „Er ist homosexuell - und?“, entgegnete der Niederländer auf eine Reporterfrage bezüglich Hitzlsperger.

Das wäre das Ideal, trifft aber leider nicht ganz zu. Denn Fußballer haben in Europa Promi-Status, gerade die Topspieler werden privat durchleuchtet wie Hollywood-Stars. In Hamburg konnte man den Eindruck gewinnen, das Eheleben der van der Vaarts sei zuletzt wichtiger gewesen als die Freistoßkünste von HSV-Kapitän Rafael.

Insofern war Hitzlspergers Schritt wichtig. Es ist immer schwierig, der Erste bei etwas zu sein. Der Druck dürfte anderen schwulen Profis nun etwas genommen sein. Aber mal ganz ehrlich: Mir als Fan ist es doch egal, ob „meine“ Spieler nun Männlein oder Weiblein lieben? Hauptsache sie schießen Tore oder verhindern Gegentore.

Letzteres wird Sebastian Rode leider ab der nächsten Saison nicht mehr für die Eintracht tun. Statt Frankfurt als „Aggressiv-Leader“ anzutreiben, wird er mit der sicherlich formidabel gepolsterten Bayern-Bank Bekanntschaft machen. „Ich bin froh, dass es raus ist.“ Der Satz hätte wohl auch von Rode sein können.

von Holger Schmidt

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