Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Eine Demütigung

Einwurf Eine Demütigung

Die Sprache des Fußballs ist martialisch. Viele Begriffe sind dem Militärjargon entlehnt. Das fängt bei "Angriff" und "Verteidigung" noch recht harmlos an und setzt sich über "Flanke" fort.

Voriger Artikel
Zweck erfüllt
Nächster Artikel
In positiver Erinnerung?

Marburg. Hin und wieder „feuert“ jemand „eine Granate ab“ oder lässt einen „Bombenschuss“ los. Das nur vorweg, damit mir niemand einen fahrlässigen Umgang mit der deutschen Sprache unterstellt. Denn was sich am Samstag in der Bundesliga abspielte, lässt sich - und das auch in politisch unruhigen Zeiten - am treffendsten als sportliche Hinrichtung bezeichnen. Wo war der Wille, wo der Einsatz? Da wurde eine Mannschaft nahezu widerstandslos in ihre Einzelteile zerlegt, für die es doch noch um so viel geht. Stattdessen Fehler über Fehler und jede Menge Einladungen zum Toreschießen, die der Gegner dankbar annahm. Sechsmal hatte es am Ende geklingelt. Dabei war es doch ein Duell zweier Teams, die sich vor nicht allzu langer Zeit noch auf Augenhöhe befanden. Und als ich schon dachte, die größte Demütigung des Spieltags gesehen zu haben, brauchten die Dortmunder in München nur eine Hälfte, um sich noch kläglicher anzustellen als die Kölner in Hoffenheim.

von Holger Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Einwurf