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Der Jammer-Scholl

Einwurf Der Jammer-Scholl

Mehmet Scholl war ein begnadeter Fußballer. Das Lausbubenhafte machte ihn deutschlandweit zum Sympathieträger. Ein Glücksfall ähnlich wie jetzt Thomas Müller für den FC Bayern, dem das Image des Arroganten anhaftet.

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Marburg. Als TV-Experte knüpfte Scholl an seine Spielerzeit an und sorgte als flapsiger Sprücheklopfer für so manchen Lacher. Aber eben auch für manche Peinlichkeit. So diffamierte er nach einem EM-Spiel Mario Gomez. „Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wund liegt“, erklärte der ehemalige über den aktuellen Nationalspieler. Das schlug hohe Wellen und beschädigte nicht nur das Image von Gomez. Fortan wurde auch Scholl anders wahrgenommen: Aus dem schelmischen Spaßvogel war der meckernde Miesmacher geworden. Und plötzlich wurde der Inhalt von Scholls Analysen kritisch hinterfragt, die zuvor eher als mehr oder weniger lustiges Beiwerk durchgegangen waren. Ergebnis: leere Phrasen, wenig Erkenntnis. Jetzt lederte er ab gegen „die Tedescos, die Wolfs“. Der deutsche Fußball werde „sein blaues Wunder erleben“, orakelte Scholl und stellte die menschliche Eignung der jungen Trainergeneration infrage. Es klang wie das frustrierte Gejammere eines 47-Jährigen, dessen eigene Trainerkarriere nie über den FC Bayern II hinausging. Ach, hätte er doch besser geschwiegen.

von Holger Schmidt

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