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Auf Dauer nicht tragbar

Einwurf Auf Dauer nicht tragbar

Bereits an diesem Wochenende beginnen die Fußball-Spiele in der spanischen Primera División. Die Meisterfrage ist schnell beantwortet: Real Madrid oder FC Barcelona. Andere Teams haben keine Chance, obwohl sich die beiden Spitzenteams für die neue Saison kaum verstärkt haben. Konnten sie auch nicht. Denn die Finanzkrise in Spanien hat auch den Fußball erwischt.

Nach Berechnungen eines Ökono­men von der Universität Barcelona drückt die Vereine der Primera División ein Schuldenberg von insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten der Clubs aller spanischen Profiligen werden auf 5,0 Milliarden Euro geschätzt. Der Kollaps droht. Dabei wird Spanien in aller Welt um seine glanzvollen Ballkünstler beneidet. Die Nationalelf ist Welt- und Europameister, Real Madrid und der FC Barcelona gehören international zu den erfolgreichsten Clubs. Aber der Erfolg basiert auf einem Geschäftsmodell, das wirtschaftlich auf die Dauer nicht tragbar ist. Viele Vereine zahlten jahrelang ihre Steuern nicht. Die Verbindlichkeiten der Proficlubs bei den Finanzämtern wurden von der Regierung auf 750 Millionen Euro beziffert. Die hohen Steuerschulden sind in Zeiten der Krise, in denen Spanien die EU um Hilfe bitten muss und den Bürgern drastische Einsparungen zugemutet werden, ein Skandal, der dadurch verstärkt wird, dass die Profivereine seit Jahren über ihre Verhältnisse leben. Sie geben nach Angaben der Zeitung „La Vanguardia“ pro Jahr 2,1 Milliarden Euro aus, nehmen aber nur 1,8 Milliarden ein. Lange Zeit hat der Glanz von Real und Barça die Finanzmisere im iberischen Fußball überdeckt. Dies konnte nicht gutgehen. Stellt sich die Frage, ob die EU nun auch den spanischen Fußball retten muss.

von Michael E. Schmidt

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