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LIEBE LEUTE, Text2

Wissmanns Wilhelm klagte über Beschwerden im linken Bein. Eine Schwellung wollte und wollte nicht verschwinden, so dass sich Rauschenbergs ehemaliger Ortsvorsteher schließlich doch zu einem Arztbesuch entschloss.

War auch gut so. Die Orthopädin fand sofort die Ursache des Übels und operierte diese als Frau der Tat aus dem Bein. Was soll ich Euch sagen? Vor Wilhelm lag ein Granatsplitter, rund einen Kubikzentimeter groß. Das Teil hat stolze 67 1/2 Jahre in Wilhelms Bein „gewohnt“ - ohne zu mucken und ohne, dass der Hausherr von dem „Untermieter“ wusste. An den Tag, an dem er sich das Ding eingefangen hatte, kann er sich dagegen genau nennen: Am 16. März 1945 war‘s. In Polen, im großen Weichselbogen. Der damals 20-Jährige überlebte an diesem Tag gottlob eine Kriegsverletzung. Der Splitter ruht jetzt in einer kleinen Tüte, und Wilhelm Wissmann geht‘s wieder gut - hoffentlich noch viele Jahre lang. Nix für ungut,

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