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Die Glosse Stadtgeflüster
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17:27 30.03.2012

Letzteren soll der unscheinbar wirkende Floh im Mittelalter die Pest beschert haben, die dann auch durch andere Helfer wie die Ratte verbreitet wurde. Auch Anfang des 20. Jahrhunderts lieben es die Flöhe wohlig warm und behaglich.

Die Tiere haben es sich zunutze gemacht, dass menschliche Behausungen genau diese Voraussetzungen erfüllen. Die von Hund und Katze fallenden Floh-Eier finden in Teppichen, Ritzen und Spalten sehr gute Lebensbedingungen. Diese leidvolle Erfahrung musste jetzt auch mein Freund Kalli machen.

Hasso heißt sein treuer Vierbeiner. Von Plagegeistern wie Flöhen blieb der Hund bisher verschont. Doch neulich hatte es ihn erwischt. Mit allerlei sanften Mittelchen und Badekuren trieb Kalli die Peiniger aus Hasos Fell.

Seither war Ruhe, bis am Montag plötzlich mein Freund Juckanfälle bekam. In seinem Fellrest auf dem Kopf hatten sich tatsächlich so genannte Katzenflöhe eingenistet. Die waren zwar schnell beseitigt, da war aber noch die Warnung des Arztes.

Der machte darauf aufmerksam, dass binnen zehn Tagen aus den Floh-Eiern Larven schlüpfen. Ein paar Tage später sind die Flöhe soweit herangewachsen, dass sie auf Opfersuche gehen können. Hat er seinen Wirt gefunden, fängt der Floh umgehend an, Eier zu legen, 50 Stück am Tag, 350 in der Woche, l 500 im Monat. Seit Dienstag ist im Hause meines Freundes großes Reinemachen angesagt. Teppiche und Polstermöbel werden von Grund auf gereinigt. Fest verlegte Teppichböden werden ganz aus den Zimmern verbannt. Kalli hat sogar einen Kammerjäger engagiert. Erst wenn der letzte Floh gefunden, das letzte Ei entfernt ist, herrscht bei meinem Freund wieder einträchtiges Familienleben. Bis dahin wünschen wir ihm viel Erfolg beim Suchen.

von Hartmut Berge