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Die Glosse Polizei, Parkscheibe, Passant
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15:19 26.04.2012

Und die sind ja bekanntlich gerne mal bequem. Mal ist das in Ordnung. Mal nicht. Kommt immer auf die Situation an. Wie es hierbei aussieht, mag jeder selbst entscheiden: Stand doch neulich tatsächlich ein Polizeiauto vor der Fleischerei. Und das ohne Parkscheibe. Ein Senior konnte es sich nicht verkneifen, den Beamten nach dessen Einkauf - oder was immer er in dem Geschäft gemacht hat - auf die fehlende Parkscheibe anzusprechen.

Der wiederum fand‘s gar nicht witzig und entgegnete, er müsse keine Scheibe nutzen. Womit er allerdings nicht Recht hat, wie mir Ahlichs Maddin, unser heißgeliebter Polizeisprecher, erklärte. Tatsächlich habe er sich an bestehende Vorschriften zu halten - wenn er nicht im Einsatz ist. Und mit gutem Beispiel voranzugehen ist ja schließlich auch nicht so schlecht.

Gleichwohl hat jeder Beamte das Recht, „Sonder- und Wegerechte“ in Anspruch zu nehmen, sagt der Maddin. Also wenn‘s der Dienst nötig macht, kann jeder Cop auch mit 180 Sachen über den Standstreifen der Autobahn kacheln. Muss aber dabei vorsichtig sein.

Frage mich nun, ob die Nahrungsaufnahme als Grund ausreichend ist, Sonderrechte in Anspruch zu nehmen. Ein Polizist mit leerem Magen wird schließlich bei einer Verfolgung eher vom Hungerast gestoppt, als einer mit vollem Akku. Andererseits kann ein mit einer riesigen Frikadelle gefüllter Körper auch nur schwer hinter einem Verbrecher herjagen. Und was ist, wenn dieser die Flucht durch‘s Wasser fortsetzt? Verfolgung abbrechen weil voller Bauch nicht schwimmen soll?

Und wusstet Ihr überhaupt, dass selbst ein Krankenwagen einen Erste-Hilfe-Koffer dabeihaben muss? Obwohl die Karre voll mit medizinischem Kram ist?

Ach ja: Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl