Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Mathe-Asse

Stadtgeflüster Mathe-Asse

Zugegeben: Zahlen waren noch nie mein Ding, vielleicht noch das Malen mit Zahlen in der Grundschule und die Mengenlehre, aber spätestens in der Förderstufe war Schluss mit lustig: „Berge, Du musst was tun, sonst bist Du weg vom Fenster“, mahnte einer meiner Lehrer.

Mein letzter sehr verzweifelter Mathe-„Übungsleiter“ an der Gladenbacher Gesamtschule riet mir: „Herr Berge, studieren sie alles, aber nix, was mit Mathe zu tun hat.“ Ich hab‘ mich dran gehalten, sogar bei der Berufswahl.

Dass ich im Umgang mit Zahlen talentfrei bin, bewahrt mich freilich nicht davor, mit ihnen im Berufsleben konfrontiert zu werden. Deshalb schlägt der „Zahlenteufel“ zuweilen zu.

So geschehen im Bericht nach der Augustsitzung des Gladenbacher Parlaments. Da schrieb ich, dass dem Parlament 39 Stadtverordnete angehören und im Vorbericht zur jüngsten Sitzung gleich nochmal.

Die Korrektur kam zwar nicht prompt, dafür aber als Rüge aus dem Munde des Stadtverordnetenvorstehers gleich nach der Eröffnung der Sitzung am Donnerstag.

37 Stadtverordnete gehören dem Parlament an und keine mehr! „ Setzen - fünf!“, hätte mein Mathe-Lehrer gesagt. Ich habe verstanden. Asche auf mein Haupt. Wie konnte mir das passieren? Naja, ich hab‘ Zahlen betreffend eine mit Zeugnissen belegbare Ausrede.

Wenn ich an die Sitzung am Donnerstag zurückdenke, könnte ich mich eigentlich entspannt zurücklehnen, denn da passierten die Fehler fast im Minutentakt. Mein Mathe-Lehrer hätte gesagt: „Setzen - sechs!“

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Die Glosse