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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

Bahnkunden müssen oftmals starke Nerven haben.

Manch ein Autofahrer lässt sich schon von den Preisen vom Wechsel auf die Schienen abhalten, weil die Reise im eigenen Fahrzeug letztendlich billiger ist - was das Gewissen in Hinsicht auf die Ökobilanz zwar be-, das Portemonnaie jedoch entlastet. Wer sich doch für die Zugfahrt entscheidet, darf sich dann oftmals mit Menschen herumärgern, die im Ruheabteil nichts besseres zu tun haben, als lautstark in ihr Handy zu brüllen. Und erwischt man dennoch eine Mütze Schlaf, so folgt das Erwachen spätestens vor der nächsten Station, wenn in minutenlangen, von einem fiesen Signalton angekündigten Durchsagen andere Reisende aus dem Zug verabschiedet und über ihre Anschlussmöglichkeiten informiert werden.

Nun gut: Letzteres gehört zum Service. Doch wo ist der Service, wenn es um die Frage geht, wie viele Minuten der Zug Verspätung hat? Eines Schaffners werden die Reisenden dann selten habhaft. Und erwischen sie einen, dann gibt es meistens keine vernünftige Angabe.

Die wiederum soll es dafür im Internet geben. Auf die Minute genau. Doch verlasst Euch bloß nicht darauf! 60 Minuten und mehr sollte ein Zug am Freitag Verspätung haben. Kam also genau eine Stunde nach der eigentlichen Ankunft am Bahnhof an. Und was soll ich sagen: Der Zug war bereits da beziehungsweise schon wieder weg - wobei die Wörtchen „bereits“ und „schon“ an dieser Stelle eigentlich völlig unangebracht ist. Bin heilfroh, dass ich nur jemanden abholen und mich nicht auf Reisen machen wollte.

Aber nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher