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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

dachte heute bei einem Anruf kurz, eine Stimme aus dem Jenseits zu hören. Am Apparat war Boucseins Konrad, den der Oberhess in einem Artikel über die Kirchhainer Goldene Konfirmation der Geburtenjahrgänge 1952 und 1953 am gleichen Tag doch unter der Erde verortet hatte.

„Wie kommt ihr denn darauf, dass ich tot bin?“, wollte der Konrad wissen, der sich mit seinen 64 Lenzen noch bester Gesundheit erfreut und elanvoll seiner Arbeit in Marburg nachgeht.

Nun. Hatte darauf natürlich keine Antwort. Fragte also bei der Kirchhainerin nach, die den Bericht über die Goldene Konfirmation verfasst hatte. Hoffte kurz, sie würde mit­teilen, dass alle, die statt in Kirchhain im benachbarten Feindesland Amöneburg leben, für sie als tot gelten. Doch weit gefehlt: Das Mädel erklärte, es habe recherchiert und recherchiert, aber nix über den Konrad gefunden - und dann irgendwann die Information bekommen, er sei gestorben. Entsprechend hat sie das dann auch im Text erwähnt.

Nun, wie gesagt: Dem Konrad geht’s gut. Und er nahm es mit Humor, in der Zeitung vom eigenen Tod zu lesen. Wünsche ihm, dass er noch lange so lebensfroh unterwegs ist. Und das Schöne ist ja: Totgesagte leben länger.

In diesem Sinne: Nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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