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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

mache heute mal einen auf Barths Mario - werde mich aber nicht so häufig wiederholen, wie der Komiker.

Also, passt auf: Meine Freundin nötigte mich am Samstag zum Einkaufen. Zum Glück nur Nahrungsmittel und nicht Schuhe und Klamotten - da fließen nämlich meist Tränen. Genauer gesagt: Tränen der Verzweiflung. Aber die flossen ja nicht, weil es ging ja um Essen. Und Trinken. Womit wir endlich beim Thema wären.

Also Folgendes: Die Kassiererin entdeckte, dass wir eine Kiste Wasser kaufen wollen - und zwar solches, das nur mittelschwer bitzelt - und fragte, ob wir das wirklich kaufen wollten. Wurde natürlich sofort skeptisch und fragte, ob es so fürchterlich schmecken würde, oder was der Grund ihrer Frage sei.

Die Verkäuferin versicherte mir, dass alles in Ordnung sei mit dem Wasser. Aber die Version mit mittelschwerer Bitzelei sei neu im Sortiment, und manche Leute würde ja nicht hinschauen, wenn sie nach einem Kasten greifen und ruckzuck das Falsche nehmen. Also mit Bitzel statt still.

Ähnliche Verwechslungen habe sie schon bei Petersilienwurzel und Pastinaken erlebt. Das eine eher süßlich, das andere er herb. So manche Mutter habe sich schon in aller Hektik vergriffen. Und sie habe durch ihre Nachfrage - eben die erwähnte: „Wollen Sie das wirklich kaufen?“ - verhindert, dass die armen Kinder statt einer süßen Leckerei eine fiese Kötzlichkeit vorgesetzt bekommen.

Tja. An dieser Stelle war das Gespräch eigentlich beendet. Wäre da nicht meine Freundin. Die wachte nämlich plötzlich aus ihrem Tagtraum auf und fragte nach: „Und was ist jetzt drin in unserem Wasser? Petersilienwurzel oder Pastinake?“

Über das, was mir - und wahrscheinlich auch der Kassiererin - durch den Kopf ging, hüllen wir mal lieber den Mantel des Schweigens. Aber eins ist sicher: Es war kein „und nix für ungut“,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher