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Hymne auf die weiße Socke

Stadtgeflüster Hymne auf die weiße Socke

Nicht viel auf dieser Welt wechselt so schnell wie die Modetrends. Gestern noch trugen wir die Haare schulterlang oder noch länger. Heute ist auch der schick, der ganz und gar auf das Haupthaar verzichtet.

Wer weiß? Vielleicht probieren wir‘s demnächst mal ganz ohne Kopf?

Auch die Zeit taillierter Hemden ist vorbei. Das Korsett ist passé. Extragroß heißt im Frühjahr die aktuelle Konfektionsgröße, mit der jetzt so manches Ränzlein kaschiert wird. Und sollten erst wieder Gamaschen der Männer Füße zieren, dann erübrigt sich vielleicht auch die quälende Frage: Trägt der moderne Mann eigentlich noch weiße Socken?

Ja, er trägt sie und zwar in rauen Mengen, mehr oder weniger kochfest und um die Fesseln geringelt in eher mehr als weniger Farben. Aber die weißen Socken sind offenbar vom Aussterben bedroht. Nur noch Exoten oder Tennisspieler werden ihre schwitzenden Füße in weiße Baumwolle der Marke „Chefarzt“ hüllen. Es sei denn, wir scheren uns überhaupt nicht um solchen modischen Schnickschnack.

Unsereiner jedenfalls pfeift auf das Gesetz des Ton in Ton und gibt weiter der weißen Socke die Ehre, zumal es ja wohl Verschwendung wäre, die 30 Paar einfach so von der Schublade in die graue Mülltonne zu befördern.

Hartmut Berge

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