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Die Glosse Abwesenheit in Demut
Mehr OP extra Kommentare Meinung Die Glosse Abwesenheit in Demut
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18:05 17.12.2013

Doch zum zweiten Mal musste er in Berlin sein und der Versammlung in der Heimat fernbleiben.

Schon am Montagmittag hatte der Stefan mir demütig angekündigt, abends nicht dabei sein zu können, sein Bedauern ausgedrückt und Euren Karl als fliegenden Boten ausgesandt, um Grüße nach Mardorf zu übermitteln. Seine Nachricht hatte er übrigens mit einem frisch aufgenommenen Foto von der Bundesmutti garniert - die er gestern während der nächsten Sitzung im Bundestag gleich noch als Kanzlerin bestätigte.

Habe übrigens festgestellt, dass unser Junge in der Fraktion in der zweiten Reihe sitzt - nicht weit entfernt von unserer Angie! Wollte natürlich sofort wissen, wie es ein Neuling so schnell so weit nach vorne bringt! Ob‘s am guten Aussehen liegt? Oder daran, dass er in der Weltmetropole Amöneburg bei den Schwarzen auch immer ganz vorne steht und somit ausreichend Qualifikation mitbringt?

Natürlich auch, erklärte er mir gestern herzhaft lachend am Telefon. Die Wahrheit sei aber etwas langweiliger: Die Christdemokraten sitzen nach Landesgruppen sortiert - und traditionell seien da die Hessen in der zweiten Reihe angesiedelt. Warum dies so sei, konnte dann jedoch auch der Herr Doktor nicht erläutern.

Wollte dann auch noch wissen, wie er es denn im Bundestag in die zweite Reihe geschafft habe. Der Spiegel hatte nämlich auf seiner Homepage die Sitzordnung der Abgeordneten gezeigt. Die ist allerdings frei erfunden, wie Euer Karl in Erfahrung brachte. Er könne sich aussuchen, wo er im CDU-Block sitze, erklärte mir der Stefan. Nur die beiden ersten Reihen seien reserviert. Mal sehen, wann dort ein Platz für ihn freigehalten wird.

Aber Moment. Jetzt mal zurück in die Heimat: Die Amöneburger Sitzungstermine für das kommende Jahr haben der Stefan und der Bergkönig, also Richter-Plettenbergs Michael, übrigens so abgestimmt, dass sie sich nicht mit den Sitzungswochen in Berlin überschneiden. Wahrscheinlich aus Angst, Euer Karl könnte das nächste Mal etwas von „aller guten Dinge sind drei“ schwafeln. Oder aber, weil der Stefan sein Amt als Stadtverordnetenvorsteher unbedingt weiterhin zuverlässig ausüben möchte. Oder beides. Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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