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Zweifel sind angebracht

Rente Zweifel sind angebracht

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten, ist man geneigt zu sagen, wenn die Bundesregierung morgen ihren Rentenversicherungsbericht vorlegen wird.

Danach sollen die Renten im Osten bis Ende 2016 um 11,55 Prozent steigen und im Westen um gut 8,5 Prozent. 20 Millionen Rentner in Deutschland können also auf eine deutliche Erhöhung ihrer Altersruhegelder hoffen.

Die Betonung liegt auf dem Wort hoffen, denn selbstverständlich liegt dieser Prognose, so wie jeder Vorhersage, eine Annahme zugrunde. In diesem Fall heißt das, dass die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Beschäftigungslage in Deutschland weiterhin gut bleiben muss. Kleine Dellen in der Konjunktur sind eingerechnet in der höchst komplizierten Formel, nach der die Rentenaussichten ermittelt werden. Größere Einbrüche aber darf es nicht geben. Bei einem ernsthaften Rückschlag würden die Erwartungen rasch nach unten korrigiert werden.

Schaut man sich die Annahmen nämlich genauer an, dann sind leise Zweifel durchaus angebracht, ob die Vorhersage auch realistisch ist. Die Bruttolöhne der Beschäftigten müssten jährlich im Schnitt um 2,5 bis 2,8 Prozent steigen. Das ist ein Durchschnittswert, den nicht alle Branchen erreichen werden. Auch muss die Zahl der Arbeitslosen konstant unter drei Millionen bleiben, ein anspruchsvolles Ziel angesichts so mancher dunklen Wolke am Himmel der Weltwirtschaft.

Auch die Prognose für den Osten Deutschlands klingt freundlicher, als sie wirklich ist. Das Ost-Renten-Niveau soll bis 2016 von derzeit 88,8 Prozent auf dann 91,2 Prozent steigen. Das sind Trippelschritte, deren Größe man leicht ermessen kann: Eine Angleichung der Ost- an die West-Rente erwartet die Bundesregierung im Jahr 2030. Glücklich ist, wer das noch erleben darf.

Das größere Problem liegt aber zweifellos in dem Umstand, dass zu viele Rentner im Alter unter die Armutsgrenze fallen. Hier konkurrieren CDU/CSU und SPD mit unterschiedlichen Konzepten um die Gunst der Rentner. Es könnte gut sein, dass dies zum Wahlkampfschlager wird.

von Reinhard Urschel

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