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Was man für sein Land so tun kann

USA Was man für sein Land so tun kann

Vor 100 Jahren wurde John F. Kennedy geboren, jener US-Präsident der Neuzeit, dem man wohl am ehesten zugetraut hätte, aus den USA und der ganzen Welt eine deutlich bessere machen zu können.

Beweisen konnte (und musste) er es nicht - er wurde ermordet, bevor er Bleibendes schaffen konnte. Erst 50 Jahre später regierte in Washington wieder so ein Hoffnungsträger. Doch auch Obama erwies sich als zu leichtgewichtig, um mit dem Mythos Kennedy konkurrieren zu können.

Heute nun haben die USA - und damit wir alle - Donald Trump am Hals. Er ist der Präsident, der gefühlt wieder Kurs auf die „Wild-West“-Ära der Vereinigten Staaten nimmt - wo die besten Deals die waren, bei denen man anderen etwas wegnahm, am besten ohne Gegenleistung - und wo etwaige Leichen auf dem Weg nur Kollateralschäden waren, die leichten Herzens in Kauf genommen wurden.

Leider entscheidet Donald Trump heute aber nicht nur darüber, ob eine Eisenbahnlinie in eine unwirtliche amerikanische Prärie gepflanzt wird. Nein, er kann mit seiner Sprunghaftigkeit, plumper „America-first“-Fixierung und durch seine offensichtliche Unfähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, Millionen Menschen auf der Welt ins Verderben reißen.

Das kann durch Kriegsrhetorik und unüberlegte Provokationen in Krisengebieten geschehen, durch das Verkaufen von „wunderschönen Waffen“, genauso aber auch durch ideologisches Nichthandeln wie bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels.

Was also tun? Einer der berühmtesten Sprüche von John F. Kennedy ist der, wonach der Bürger nicht nach dem fragen solle, was das Land für ihn tun kann, sondern was er für das Land tun kann. Es ist höchste Zeit, dass sich die Mitglieder in Senat und Repräsentantenhaus ernsthaft mit diesem „Auftrag“ beschäftigen. Das erste halbe Jahr mit Trump an der Spitze sollte reichen, um zu wissen, dass seine „Politik“ nur heiße Luft und sein rüpelhaftes Verhalten - vorsichtig ausgedrückt - „geschäftsschädigend“ für das Land sind.

Das allein reicht zwar noch nicht aus, um Trump aus dem Amt zu jagen. Aber man kann davon ausgehen, dass mögliche Russland-Verstrickungen, Interessenkonflikte zwischen Staatsamt und den eigenen Geschäften und die Einmischung in Ermittlungen am Ende das Potenzial für ein relevantes „Amtsvergehen“ haben werden. In diesem Fall käme es auf die Entschlossenheit der Republikaner an, den eigenen Präsidenten zu stürzen. Zu gewinnen gibt es für sie dabei wenig, das stimmt. Aber John F. Kennedy versprach ja auch nicht, dass es sich für denjenigen auszahlt, der etwas für sein Land tut. Zumal, wenn man damit nur eine eigene fatale Fehleinschätzung korrigiert hätte.

von Michael Agricola

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