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Der politische Kommentar Verlierer sind die Verbraucher
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11:44 22.05.2012

Google muss keinen Schadensersatz zahlen, weil das Gericht Google erst dann in der Verantwortlichkeit für Rechteverletzungen sieht, wenn jemand die Plattform auf das konkrete Video hinweist.

Die Gema ihrerseits kann den Erfolg verbuchen, das Google seine Plattform Youtube jetzt wesentlich strenger kontrollieren muss: Damit der konkrete Fall möglichst überhaupt nicht eintritt, müssen alle neuen Uploads gescannt werden, damit rechtsverletzende Videos erst gar nicht hochgeladen werden. Das soll über den Abgleich mit hinterlegten Klangproben funktionieren - und über Wortfilter.

Und genau an diesem Punkt zeigt sich die Gema - wie man sie auch von privaten Freizeitveranstaltungen kennt - unflexibel und gierig. Als Eigentümer von Youtube hatte Google bereits ein System entwickelt, mit dem Rechteinhaber eigene Werke auf Youtube löschen oder mit Werbung freigeben können, um damit noch Geld zu verdienen. Die Rechtehüter empfanden das als unzureichend, weil es zum Beispiel Konzert-Mitschnitte oder schlecht gesungene Karaokeversionen nicht erkennt - die ebenfalls unter das Urheberrecht für geschützte Kompositionen fallen.

Hier wäre etwas mehr Flexibilität und etwas weniger Gier nach dem letzten Cent im Sinne der Verbraucher gewesen. Das Interesse der Gema und ihrer Mitglieder am Schutz ihrer Rechte ist berechtigt und Google muss für geistiges Eigentum zahlen. Wie viel, ist Verhandlungssache.

Eine pragmatische Lösung und ein Entgegenkommen beider Seiten hätte hier aber kostenintensiven Rechtsstreit und hohe Entwicklungskosten für die Scan-Software erübrigt. Und vor allem den Nutzern erspart, dass sie monatelang keinen Zugriff auf ihre Lieblings-Songs hatten.