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Der politische Kommentar Troika steht für Trott
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23:09 13.08.2012

Das Unterhaken ergibt zunächst Sinn. Jeder der Drei hat seine Stärken und Schwächen. Solange sie gemeinsam marschieren, bleiben die jeweiligen Schwächen verdeckt und die Spannung erhalten, wer es denn am Ende wird. Die Partei macht sich interessant, ohne dass einer aus der Deckung muss. So weit die Theorie.

In der Praxis stößt das Modell an seine Grenzen, wenn es zur Parodie wird. Spätestens seitdem die SPD im Dreier-Tross dem frisch gewählten französischen Präsidenten Francois Hollande die Aufwartung machte, wirkt die Veranstaltung etwas komisch. Sie vermittelt nicht das Bild gemeinsamer Stärke und gegenseitiger Unterstützung. Es sieht nach Misstrauen untereinander und Verstecken hintereinander aus.

Der Vorstoß des Schleswig-Holsteiners Torsten Albig, den zähen Prozess der Kandidatenfindung zu beschleunigen, ist deshalb keine Ketzerei gegen die Parteilinie. Die SPD sollte ihn als Denkanstoß nehmen. Angela Merkels hohe Popularitätswerte lassen sich nur dann abschmelzen, wenn zur inhaltlichen Alternative ein Gesicht kommt. Die Troika trabt jetzt seit einer gefühlten halben Ewigkeit an der Spitze der Sozialdemokraten. Das lähmt langsam mehr, als dass es voranbringt. Programm und Kandidat müssen korrespondieren. Es geht um mehr als nur die K-Frage.

Da geht der Trend zu Steinmeier, auch wenn ihm die zupackende Härte eines „Jetzt-komme-ich-Wahlkämpfers“ fehlt. Steinbrück ist aus anderem Holz. Aber der Partei ist er politisch nicht ganz geheuer. Er hätte es mit den eigenen Leuten schwer.

„Tu dir das nicht an“, warnt Albig. Falsch dürfte er damit nicht liegen. Nur ist das ein Ratschlag, den man unter vier Augen gibt, nicht über die Medien. Albig verfolgt auch eigene Interessen. Er nabelt sich von seinem Ziehvater ab, macht bundesweit von sich reden. Das ist nicht die feine Art. Aber in der Sache kann er trotzdem richtig liegen.

von Arnold Petersen

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