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Der politische Kommentar Terroristen dürfen nicht gewinnen
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22:40 03.06.2016

Sie sind offenbar direkt von der IS-Führung beauftragt worden, einen Terrorangriff vorzubereiten. Beides hielten Politiker und Sicherheitsbehörden bis vor kurzem für unwahrscheinlich.

Siehste, wird jetzt mancher sagen, der immer schon gegen die Aufnahme von Flüchtlingen war. Asylgegner werden das Thema für ihre Zwecke zu nutzen versuchen - wie sie es schon nach den Übergriffen der Kölner Silvesternacht getan haben.

Doch so schockierend die neuen Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden sind: Es war und bleibt richtig, Flüchtlinge aufzunehmen. Und zwar aus drei Gründen:

Erstens stünde Deutschland auch im Fadenkreuz von Terroristen, wenn die Grenzen dicht wären. Es gibt nämlich auch potenzielle Attentäter, die aus Deutschland stammen und sich deshalb nicht als Flüchtlinge tarnen müssen.

Zweitens hat Deutschland die Pflicht, Menschen zu helfen, deren Leben bedroht ist. Und zwar nicht trotz des IS-Terrors, sondern gerade deswegen, weil viele Menschen vor der Terrormiliz geflüchtet sind.

Drittens dürfen die Terroristen ihr Ziel nicht erreichen. Terror bedeutet: Angst schüren. Experten wie Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, glauben: Der IS will gezielt Flüchtlinge in Misskredit bringen. „Dem muss man entschieden entgegentreten“, sagt Wendt zu Recht.

Gleichwohl müssen Behörden und Politik im Licht der neuen Erkenntnisse genauer hinsehen, wer ins Land kommt. Dies steht nicht im Widerspruch zur bereitwilligen Aufnahme von Flüchtlingen. Vielmehr ist es die notwendige Voraussetzung dafür, dass die Aufnahmebereitschaft hoch bleibt.

von Stefan Dietrich