Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Spannende Langeweile

Standpunkt zur Landtagswahl im Saarland Spannende Langeweile

Langweilig und spannend zugleich ist die Landtagswahl an der Saar ausgegangen. Die erwartete große Koalition kommt zustande. Die Kramp-Karrenbauer-CDU hat das jähe Ende der Jamaika-Koalition überraschend stabil überstanden und wird die etwas erstarkte Maaß-SPD als Juniorpartner ins Regierungs-Boot nehmen.

Voriger Artikel
Antrittsrede macht Lust auf mehr
Nächster Artikel
Kein Selbstläufer

Das Duell der beiden großen Parteien indes war gar keines. Zu klar kam der SPD-Marathonmann Heiko Maaß hinter der Unions-Kontrahentin ins Ziel. Da sich beide bereits vorher die Polit-Ehe versprochen hatten, musste nur noch geklärt werden, wer in dieser Beziehung die Hosen an hat. Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Chefköchin, Maaß der Kellner. Damit ist an der Saar eine Situation gewählt worden, wie sie auch im Bund 2013 entstehen könnte, wenn Rot-Grün weiter Federn lässt und Merkel unantastbar über allem schwebt.

Die eigentlichen Überraschungen jedoch gab es bei den kleinen Parteien. Die flotten Internet-Piraten haben zum zweiten Mal einen Landtag geentert. Die Internetaktivisten strahlen jene Frische aus, die viele bei den Grünen nicht mehr finden.

Die Linke freilich hat selbst im Stammland von "de Oskar" ihren Zenit überschritten. Den erhofften Rückenwind für einen Durchmarsch von Lafon­taine zurück in die Parteispitze und Spitzenkandidatur 2013 gab es nicht.

Die Freidemokraten wiederum arbeiten mit dem Saar-Desaster im Nacken nun noch kräftiger daran, ihren bisherigen Chef abzusägen. Philipp Rösler hat wieder nicht geliefert. Er ist jetzt der Frosch. Nicht völlig ausgeschlossen, dass Lindner, Kubicki und Co. trotzdem in die Landtage von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen einziehen. Damit hätte sich die FDP zwar immer noch als Juniorpartner der Union erledigt, aber sie wäre zumindest nicht gleich im politischen Abgrund verschwunden, wie man jetzt nach der Saarland-Wahl befürchten muss.

Andere freilich profitieren kräftig vom Niedergang der FDP. Die große Gähn-Koalition hat sich durchgesetzt, doch es bleibt allemal spannend.

Voriger Artikel
Nächster Artikel