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Spanischer Ernstfall

Euro-Krise Spanischer Ernstfall

Noch ist nichts amtlich. Aber sehr viel spricht dafür, dass die spanische Regierung ihr Zögern aufgibt und das Land Zuflucht unter dem Euro-­Rettungsschirm sucht. Damit tritt der Ernstfall ein.

Spanien ist mit etwa der vierfachen Wirtschaftskraft des kleinen Griechenlands der erste dicke Brocken, den die EU auffangen muss. Den brisanten Mix aus lahmender Konjunktur, hoher Arbeitslosigkeit und einer massiven Finanzierungskrise der iberischen Banken kann die Regierung in Madrid aus eigener Kraft nicht mehr unter Kontrolle bringen. Deshalb ist es logisch, dass sie nach dem Rettungsring greift, und der Schritt ist unvermeidlich, wenn sich die spanischen ­Probleme nicht zum Flächenbrand ausweiten sollen.

In Berlin und den anderen europäischen Metropolen wird man erst einmal aufatmen. Zu groß ist die Gefahr, dass die Banken anderer Staaten infiziert werden und die Finanzmärkte vollends aus dem Ruder laufen. Aber die jüngste Zuspitzung zeigt auch, wie trügerisch die Hoffnung war, den Höhepunkt der Krise überwunden zu haben.

Jetzt haben zwei Dinge ­Vorrang: Ein Wachstumsprogramm muss die Wirtschaft in den Krisenländern ankurbeln, danach sollte die Kanzlerin ­eine gemeinsame Haushaltspolitik in Euro-Land vorantreiben. Rettungsschirme ­allein können die Probleme nicht lösen.

von Frank Lindscheid

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