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Der politische Kommentar Putins Spiel mit dem Feuer
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22:50 30.09.2015

Mit dem direkten Eingreifen Moskaus in den syrischen Bürgerkrieg aber gewinnt die Unterstützung des „großen Bruders“ eine neue Qualität.

Anders als Wladimir Putin dies in den vergangenen Tagen und Wochen öffentlich dargestellt hat, ging es dem Kremlchef nämlich gar nicht um einen gemeinsamen Kampf gegen die IS-Terroristen. Die stellen nämlich - noch - für Russland keine wirkliche Bedrohung dar, sieht man von diversen Scharmützeln ab, die sich das Riesenreich in einigen seiner südlichen Teilrepubliken mit islamischen Kräften liefert.

Wladimir Putin hat stets betont, dass es eine Lösung des syrischen Konflikts nur mit Baschar al-Assad geben könne. Der aber ist auch mit den russischen Waffenlieferungen nicht in der Lage, sich gegen die Rebellen und die IS-Milizen zu behaupten. Deshalb springt ihm Putin nun zur Seite und bombardiert die syrische Opposition. Er nimmt damit nicht nur den Tod weiterer unbeteiligter Zivilisten in Kauf, sondern erhöht auch den Flüchtlingsdruck auf die Nachbarländer und Europa. Dem skrupellosen Kremlchef geht es ausschließlich um die Wahrung seiner Einflussmöglichkeiten in der Region.

So verabscheuungswürdig diese Haltung ist, der Westen hat sie mit seiner einerseits kompromisslosen und zugleich unengagierten Politik der vergangenen Jahre befördert. Die einseitige Festlegung auf eine Abgrenzung zu Assad bei einer zugleich bestenfalls halbherzigen Unterstützung der in sich zerstrittenen Opposition hat mit dafür gesorgt, dass weder ernsthaft über eine Lösung des Konflikts verhandelt noch eine schnelle militärische Entscheidung herbeigeführt wurde. Der Bürgerkrieg zieht sich dahin, das Leid der Menschen dauert an. Es wird allerhöchste Zeit für eine diplomatische Initiative - und in diese Verhandlungen müssen sowohl Wladimir Putin als auch Baschar al-Assad eingebunden werden. Nur Reden kann die Menschen noch retten.

von Frank Rademacher