Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Nordrhein-Westfalen

Liberale Achterbahn Nordrhein-Westfalen

Der Mann hat eine rasante Achterbahnfahrt hinter sich. Vom Senkrechtstarter und Hoffnungsträger zum Ex-General, dem Parteifreunde die "Fahnenflucht" übel nahmen. Über Nacht wurde Christian Lindner jetzt Spitzenkandidat und Boss des immer noch mächtigsten Landesverbandes in einer schwer siechen FDP.

Voriger Artikel
Nicht mehr zeitgemäß
Nächster Artikel
Große Erwartungen

Der 33-Jährige soll die Liberalen retten, als zweiter Nothelfer sozusagen nach Nordlicht Wolfgang Kubicki.

Die Lage ist desolat genug. Fliegen die Freidemokraten bei der "kleinen Bundestagswahl" in Düsseldorf aus dem Landtag, drohen Untergang und Chaos. Der Personalcoup von Düsseldorf wirkt erst einmal vor allem nach innen. Wenn einer die Partei motivieren kann, dann der glänzende Redner und Vordenker, der auch Wahlkampf kann. Im Moment allerdings deutet nicht viel darauf hin, dass die Karriere des liberalen Supertalents einem neuen Höhepunkt zusteuert. Die Umstände zeigen vor allem, wie dramatisch Freidemokraten die Lage einschätzen. Es war zwingend, dass Gesundheitsminister Daniel Bahr seinen Stuhl als Landeschef räumt, denn Lindner hinge sonst als Spitzenkandidat in der Luft. Aber der neue Spitzenmann packte auch im entscheidenden Moment zu und zeigte Biss.

Lindners Comeback ist aber auch ein Gradmesser für den Autoritätsverlust des jungen FDP-Chefs Rösler. Bei der Rochade von Düsseldorf war er nur Zaungast. Jetzt muss er auf einen Mann hoffen, der vor einem Vierteljahr seinen Job als Generalsekretär nicht zuletzt aufgrund von Unstimmigkeiten mit Rösler hingeschmissen hatte. Wo die Achterbahnfahrt endet, ist noch nicht entschieden. Aber die FDP wird mehr brauchen als einen brillanten Spitzenkandidaten, damit die Fahrt wieder steil nach oben geht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel