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Nicht noch einmal tatenlos zusehen

Atomwaffen Nicht noch einmal tatenlos zusehen

Es ist so leicht zu sagen: Er hat doch nichts erreicht. Ein schneller Verweis auf den Diktator in Pjöngjang, der gerade mit einem dubiosen Raketenstart provoziert, ein weiterer auf das Mullah-Regime in Teheran, das trickreich im Halbdunkel an seinem Atomprogramm bastelt, ein dritter auf das eigene Programm zur Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals  – und schon ist Barack Obamas Vision von einer atomwaffenfreien Welt als Hirngespinst entlarvt.

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Ist sie das? Es hat sich viel getan, seit Obama im April 2009 in einer Rede vor der Prager Burg versprach „Eine Welt ohne Atomwaffen ist möglich.“ Der US-Präsident formulierte ein erstes Nahziel: weltweit das gesamte nukleare waffenfähige Material zu sichern. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und seit der Erfahrung des 11. September ist es die größte Sorge, dass dieses Material in die Hände von Terroristen fällt. In die Hände von Bombenbastlern, die noch weniger berechenbar sind als der schwierigste Staat – weil sie selbst nichts zu verlieren haben.
Die Zwischenbilanz zum Gipfel hat einiges auf der Haben-Seite: So hat Libyen, wenn auch unter Protest, hochangereichertes Uran nach Russland ausfliegen lassen – ein knappes Jahr bevor der Aufstand gegen den Diktator das Land für geraume Zeit ins Chaos stürzte. Chile, die Ukraine, Serbien, Kasachstan, die Türkei, Rumänien haben die Sicherung strahlenden Materials abgeschlossen.
Andere aber, Südafrika oder Weißrussland, nutzen ihr strahlendes Material noch als Verhandlungsmasse in internationalen Auseinandersetzungen.
Da liegt womöglich der Kern für Obamas Drängen: Die Welt hat schon einmal zugesehen, wie zwei Schwellenländer atomar aufrüsteten, Pakistan und Indien. Heute steht Pakistan als Staat am Rande des Scheiterns. Wer hat dort in Zukunft Zugriff auf die Bombe?

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