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Kompromisse für die Umwelt

Stromfresser Kompromisse für die Umwelt

Jede Regierung steckt bei Umweltfragen in einem Dilemma. Strenge Richtlinien, strikte Regelungen sind gut für das Klima und das Ökosystem.

Sie würgen unter Umständen aber auch Industriezweige ab, auf die man nicht verzichten möchte. Die widerstrebenden Interessen führen oft zu Streit, auch in Deutschland.

Das Verhältnis zwischen Umweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler galt als zerrüttet. Dass Röttgens Nachfolger Altmaier in vielen Punkten den Dissens auflöste, liegt an seiner Neuinterpretation des Konflikts. Er sieht einfach keinen. Altmaier spricht seit Monaten davon, dass ein ökologisches Wirtschaften möglich ist. Er betont die Gemeinsamkeiten zwischen den Ressorts.

Gerade ein Kompromiss bei der Vergütung für abgeschaltete Aluminiumhütten könnte das beste Beispiel hierfür sein. Denn eine Abschaltung der Energiefresser selbst für einige Minuten macht Sinn. Sie nimmt die Spitzen aus dem Stromnetz, das in den nächsten Jahren durch die Abschaltung der Atommeiler immer stärker unter Druck gerät.

Nun muss das Wirtschaftsministerium an einem Punkt ein wenig einlenken. Denn selbst unabhängige Berater halten eine Vergütung von bis zu 60000 Euro pro Megawatt und Jahr, wie sie Rösler fordert, für überzogen. Eine versteckte Subventionierung von Unternehmen sollte Umweltpolitik gerade nicht sein. Darauf müssen sich Altmaier und Rösler noch verständigen.

von Kai Kollenberg

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