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Der politische Kommentar Kampf gegen die große Bedrohung
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21:21 29.11.2015

Alle diese Entwicklungen sind schlimm, doch noch bedrohlicher ist ein Problem, das oft in den Hintergrund rückt: die Erderwärmung. Sie ist - abgesehen von Atomwaffen - die größte Gefahr für die Existenz der Menschheit. Das tückische an ihr ist, dass sie schleichend voranschreitet. „Der Klimawandel ist wie ein Asteroideneinschlag in Super-Zeitlupe“, warnt der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber. „Wir verdrängen ihn wegen seiner Langsamkeit.“

Schon jetzt zeigen sich allerdings erste Folgen des Klimawandels: Extreme Unwetter, Dürren und die Zerstörung natürlicher Lebensräume. Wenn dieser Prozess fortschreitet, werden Jahr für Jahr mehr Menschen bei Überschwemmungen und Hungersnöten sterben. Durch Wüstenbildung und den steigenden Meeresspiegel werden große Regionen unbewohnbar werden. Kriege um Wasser und fruchtbares Land werden zunehmen. Die Zahl der Flüchtlinge wird weitaus höher steigen, als wir uns heute vorstellen können.

Das zeigt, wie wichtig der Pariser Klimagipfel ist. Auch wenn die Teilnehmer aus 195 Staaten - leider - kein wirklich verbindliches Abkommen anstreben, kann von Paris ein weltweit wirksames Signal ausgehen. Vor allem die Industrieländer mit ihrem hohen Pro-Kopf-Ausstoß von klimaschädlichem CO2 müssen zu größeren Anstrengungen bereit sein. Die ärmeren Länder werden sonst mit Recht beklagen, dass Europäer und Amerikaner auf ihre Kosten leben wollen.

Es macht Mut, dass Hunderttausende gegen den drohenden globalen Kollaps auf die Straße gehen. Aber noch wichtiger ist: Unser Alltag muss sich verändern. Die Zeit der Spritschlucker auf der Straße, der Stromfresser zuhause und der Milde gegenüber CO2-Betrügern wie Volkswagen muss ein Ende haben. Der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks geforderte Kohleausstieg ist notwendig.

Dafür müssen wir steigende Kosten und Wohlstandseinbußen in Kauf nehmen. Denn die Kosten eines ungebremsten Klimawandels sind unkalkulierbar. Demonstranten haben das treffend formuliert: Es gibt keinen Planeten B.

von Stefan Dietrich