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Der politische Kommentar Gute Taten, böse Taten
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15:01 11.03.2018

Offensichtlich gibt es Millionen Deutsche, denen das Elend in der Welt nicht egal ist und die, so weit sie ­dazu in der Lage sind, Notleidenden helfen wollen. So können Hilfsorganisationen Hungernde versorgen, beim Wiederaufbau nach Katastrophen helfen und nachhaltig die Situation von Menschen in armen Ländern verbessern.

Doch auf diese gute Nachricht fällt ein Schatten, der die Spendenbereitschaft massiv schmälern könnte. In den vergangenen Tagen haben Skandale die Arbeit großer Hilfsorganisationen ins Zwielicht gerückt. Helfer von Oxfam, Plan International, Ärzte ohne Grenzen und des International Rescue Committee sollen ihre Machtposition ausgenutzt haben. Denn auch Hilfsgüter verteilen zu können bedeutet Macht.

Wenn die Vorwürfe zutreffen, dass Helfer Sex als Gegenleistung für Hilfe verlangt oder Kinder missbraucht haben, dann gehört dies zu dem Widerlichsten, was man sich vorstellen kann. Zudem steht es im krassen Gegensatz zu den Zielen der Hilfsorganisationen. Sie sind der Menschenwürde verpflichtet, sie wollen Kinder vor Missbrauch schützen und Frauenrechte stärken. Wenn aber Hilfsgüter zu Druckmitteln werden, dann bewirken Spenden das Gegenteil ihres eigentlichen Zwecks.

Deshalb müssen die Hilfsorganisationen reagieren. Auch die deutschen, obwohl hier bisher keine Fälle bekannt geworden sind. Es genügt nicht, wenn Hilfsorganisationen Mitarbeiter wegen Fehlverhaltens entlassen. Es genügt auch nicht, wenn sie die Öffentlichkeit informieren. Die „Me Too“-Debatte hat gezeigt: Übergriffe und Missbrauch sind dort möglich, wo potenzielle Täter über viel Macht verfügen und andere bereit sind, sie zu decken. Wer Missbrauch und Belästigung verhindern will, muss daher Strukturen ändern, muss Kontrollmöglichkeiten und Beschwerdestellen schaffen. Das ist im Bereich der humanitären Hilfe besonders wichtig, weil es für die Opfer oft ums Überleben geht. Hilfsbedürftige dürfen Helfern nicht ausgeliefert sein - damit wir auch in Zukunft gerne spenden.

von Stefan Dietrich

Mit der Basisdemokratie ist es so eine Sache. Eigentlich finden es alle gut, gefragt zu werden. Aber wenn sich jemand davon ausgeschlossen fühlt, schlägt die Zustimmung leicht ins wütende Gegenteil um. Es ist zweifellos eine Errungenschaft, dass Parteien wie die SPD heutzutage bei wichtigen Entscheidungen tief in ihre Basis hineinhorchen. Schließlich sind die es, die vor Ort die (unbezahlte) Kärrnerarbeit erledigen. Dass andere das (noch) nicht machen, ist kein Gegenargument.

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Nicht für jede Gefechtslage, aber zumindest für Wortge­fechte haben sie im Bundesverteidigungsministerium Experten. Jens Flosdorff ist einer von ihnen: Ursula von der Leyens Sprecher musste gestern sprachgewaltig dem Eindruck entgegentreten, die Truppe sei wegen Ausrüstungsmängeln nicht in der Lage, die spätestens im kommenden Jahr auf die Bundeswehr zukommenden Nato-Aufgaben zu schultern. Dass Zelte und Winterbekleidung, aber wohl auch Panzer fehlen, um im Nordosten des Bündnisgebiets Zähne und Flagge zeigen zu können, war keine bloße Spekulation der „Rheinischen Post“.

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